Eines der Highlights des Wochenendes: Die Deutsche Tretroller-Meisterschaft. Foto: /Simon Granville
Am Wochenende kurvten Fahrrad- und Tretrollerfahrer durch die Ludwigsburger Innenstadt. Die Veranstalter haben den Bürgern über drei Tage die Vielfalt auf zwei Rädern nähergebracht. Trotz Abbruch des Rennens soll sich das Event nun etablieren.
Einige Passanten trauten wohl ihren Augen nicht, als sie am Sonntagmittag ehrgeizige Athleten auf ihren Tretrollern durch die Ludwigsburger Innenstadt brausen sahen. Tatsächlich war die Barockstadt zum ersten Mal Schauplatz der Deutschen Tretroller-Meisterschaft mit Fahrern aus der ganzen Republik. Die Meisterschaft war Teil der erstmalig stattfindenden Radsporttage Ludwigsburgs, veranstaltet vom RSC Komet. Ein Event, das in Zukunft regelmäßig stattfinden soll und mehr ist als nur ein einfaches Radrennen.
Am Abend gibt es eine Hocketse für Radler
Während sich die Radprofis der Tour de France am Freitag den rund 2800 Meter hohen Cime de la Bonette hinauf quälten, starteten die Radsporttage mit einer ganz anderen, außergewöhnlichen Rad-Show. Laura Füller vom RKV Poppenweiler ist Vize-Weltmeistern im Kunstradfahren und zeigte im Marstall-Center ihr Können und informierte über ihre Sportart.
Der Samstag stand dann ganz im Zeichen des Breitensports. Der RSC Ludwigsburg bot fünf unterschiedliche Fahrradtouren an, unter anderem eine Familien-Tour, eine Rennrad- und eine Mountainbike-Tour. „Wir wollten am Wochenende die ganze Spannweite des Radsports abbilden“, sagt Vereinsvorsitzender Konrad Werner. „Den Radsport zur Bevölkerung bringen und ihn zum Erlebnis machen.“ Dazu gehörte auch die Radler-Hocketse am Samstagabend auf dem Reithausplatz.
Beim Tretroller-Rennen fahren bekannte Gesichter mit
Im Fokus der Radsporttage standen jedoch das Tretroller- und Fahrradrennen am Sonntag. „Der Deutsche Tretroller-Verband ist auf uns zugekommen und wollte seine Meisterschaft in Ludwigsburg austragen“, erklärt Konrad Werner, wie es zu dem Rennen in der Stadt kam. „Sie fanden gut, was wir da planen und wollten Teil der Radsporttage sein.“ 21 Mal fuhren die rund 30 Fahrer den 750 Meter langen Kurs über den Marktplatz, Lindenstraße und Holzmarkt. Laut dem Tretroller-Verband wird der Sport seit rund 30 Jahren in Deutschland betrieben, vor allem als Breitensport, aber auch als Wettkampfsport.
Beim Tretroller-Rennen zeigten sich nur wenige Zuschauer, das änderte sich einige Stunden später beim Radrennen. Foto: Simon Granville
Auch einige Ludwigsburger Bekanntheiten wollten die besonderen Fahrgeräte ausprobieren. Für den guten Zweck kurvten unter anderem L andrat Dietmar Allgaier, Baubürgermeisterin Andrea Schwarz und der ehemalige Blüba-Chef Volker Kugel durch die Innenstadt. Mit jeder Runde sammelten die lokalen Promis Geld für das Verkehrssicherheitszentrum Ludwigsburg.
Am Ende ging es dann aber doch noch um das klassische Fahrrad. Um 15 startete das erste Ludwigsburger City Race mit 70 Fahrern aus ganz Süddeutschland. „Es waren unter anderem Teams aus Kempten dabei, aus Stuttgart, und natürlich unsere Mannschaft“, sagt RSC-Vorsitzender Werner. Der 1000 Meter lange Kurs durch die Innenstadt war durchaus anspruchsvoll, sehr schnell, mit engen Kurven und Kopfsteinpflastern – 60 Runden hätten die Athleten eigentlich abfahren sollen, doch daraus wurde nichts.
Rund eine halbe Stunde nach dem Start musste das Rennen wegen Starkregen und Gewitter abgebrochen werden. Für den RSC Komet Ludwigsburg war das Wochenende dennoch ein Erfolg. Die Radsporttage sollen auch in den kommenden Jahren wieder mitten in der Stadt stattfinden und den Bürgern die Vielfalt auf zwei Rädern zeigen. „Landrat und Oberbürgermeister haben uns heute darin noch mal bestärkt“, sagt Werner.