Erste Ratssitzung in Weil der Stadt Der neue und jüngere Gemeinderat
Die Hälfte der Stadträtinnen und Stadträte von Weil der Stadt sind neu ins Gremium gewählt worden.
Die Hälfte der Stadträtinnen und Stadträte von Weil der Stadt sind neu ins Gremium gewählt worden.
Zu diesem eher einer Feier gleichenden Zweck hatte der Bürgermeister Christian Walter sogar seine schmucke goldene Amtskette umgelegt: Die Verabschiedungen der ausscheidenden Stadträte und Ehrungen standen auf der Tagesordnung als letzter Punkt der jetzt zu Ende gegangenen Amtszeit des alten Gemeinderats.
Das geschah dann auch sehr ausführlich. Schließlich war die Verabschiedung des alten und die Verpflichtung des neuen Gemeinderats für ihn das erste Mal, wie der junge Schultes sagte, der seit rund vier Jahren im Amt ist. Bevor es aber so weit war, mussten die Rätinnen und Räte eine für Teile des neuen Gremiums wohl unangenehme Entwicklung zur Kenntnis nehmen: Das ursprüngliche Wahlergebnis vom 9. Juni wurde von der Kommunalaufsicht des Landratsamts korrigiert. Das hatte zur Folge, dass die Freien Wähler (FWV) und die Grünen (Bündnis90/Die Grünen) jeweils einen Sitz verloren. Der Grund dafür waren acht Stimmzettel aus sechs verschiedenen Wahlbezirken, die von den Wahlhelfern irrtümlich für ungültig erklärt worden waren.
Von den 27 Mitgliedern der jetzt zu Ende gegangenen Wahlperiode sind 14 nicht mehr im Gremium vertreten, sei es, weil sie nicht mehr gewählt wurden oder weil sie nicht mehr angetreten sind. Zu den kommunalpolitischen Schwergewichten in der Stadt, die beide nach 25 Jahren ihre Gremiumsarbeit beendet haben, gehören Martin Buhl (CDU) und Jürgen Widmann (FWV). Buhl sei seit 2004 durchgehend Stimmenkönig gewesen, sagte der Bürgermeister, was außergewöhnlich sei. Der Stadtrat habe sich besonders für die Historie der Stadt eingesetzt, aber auch für deren Finanzen. Martin Buhl selbst sagte, dass für ihn die wichtigste Entscheidung mit der größten Tragweite die des Baus des neuen Schulcampus in der Jahnstraße gewesen sei. Er verabschiedete sich mit den Worten „Es war mir eine Ehre“.
Jürgen Widmann sei jemand, der die Gesamtstadt kenne, so der Bürgermeister an die Adresse des scheidenden Schafhausener Rats. Und nicht erst seit der jetzt zu Ende gegangenen Wahlperiode sei er der Top-Antragsteller gewesen, sagte Walter mit einem Schmunzeln. Widmann selbst meinte, die Gemeinderatsarbeit sei extrem anstrengend, wenn man sich sehr einbringe. „Wir haben viel bewegt, aber vieles ist leider noch nicht fertig.“ Am längsten von allen jetzt ausgeschiedenen Stadträten war Bernd Laure (Freie Wähler) Mitglied im Gremium. „Eigentlich wollte ich gar nicht Gemeinderat werden“, sagte der Merklinger im Rückblick auf sein 35-jähriges ehrenamtliches Engagement, „aber ich hab‘s gern gemacht.“ Die neuen Gemeinderäte forderte Laure in seiner typisch schwäbischen Mundart auf: „Saget au die Meinung, au wenn sie net so ankommt“. Dafür sei noch keinem der Kopf abgerissen worden.
Ebenfalls im neuen Gremium nicht mehr vertreten sind Armin Bär (FWV), Brigitte Benzinger-König (FDP), David Götz und Nadine Waidelich (CDU, Alfred Kappler, Stefan Kunze, Anke Matthias-Schwarz und Rosemarie Sticker (Grüne), Cornelia Schmalz und Silvia Tanczos-Lückge (SPD) sowie Christian Pfaundler (AfD).
Der neue Gemeinderat, der jetzt von Bürgermeister Christian Walter feierlich verpflichtet wurde, besteht aus 26 Mitgliedern. 13 von ihnen kommen neu ins Gremium. Die FWV und die CDU haben jeweils sieben Sitze, die Grünen fünf, die SPD und die FDP jeweils drei. Nicht mehr vertreten ist die AfD. Neu mit dabei sind Harald Engesser und Benjamin Gehring (FWV), Frank Gann, Thomas Haug, Manfred Kunz und Klaus Völmle (CDU), Elmar Freitag und Luise Klingler (Grüne) Carsten Dvorak und Stefanie Schindele (FDP, Matthias Mokosch und Simon Weidle (SPD) sowie erstmals Die Linke mit Moritz Riexinger.