Sozial- und Kultusausschuss: Leonbergs neuer OB Tobias Degode (Zweiter von rechts) agiert souverän. Foto: Simon Granville
Leonbergs neuer Oberbürgermeister Tobias Degode ist in seine erste Sitzungswoche gestartet – ziemlich souverän, auch wenn er gleich mit ein paar Spezialfällen konfrontiert wurde.
Tobias Degode hat nur auf dem Papier ein „Soft Opening“ absolviert. Die Sitzung des Sozial- und Kultusausschusses am Mittwochabend war nicht das erste offizielle – und vor allem öffentliche – Gremium, dem der neue Leonberger Oberbürgermeister in seiner Startwoche beiwohnte. Am Dienstag, exakt 24 Stunden zuvor, war es zum Start in den Jugendausschuss gegangen – inklusive „Projekt Meet & Greet“ mit dem neuen OB.
OB Degode: erst Jugend-, dann Sozial- und Kultusausschuss
Dass die Angelegenheiten der Jugendlichen kaum weniger umfangreich sind, wurde dem neuen Rathauschef aber schnell klar. Nur sind es eben andere als die, über die für gewöhnlich die einzelnen Expertenrunden des Gemeinderats diskutieren. So musste Degode also innerhalb eines Tages gleich mehrere Themensprünge absolvieren. Von „Inklusiver Dance- und Karaokenight“ hin zu Haushaltsanträgen der Fraktionen. Von der Idee eine mobilen Schlittschuhbahn zur Unterkunft für Geflüchtete und Obdachlose. Von legalen Graffitiflächen zu den Vereinsförderrichtlinien der Kommune.
OB Degode: Leonbergs neuer Oberbürgermeister bei der Sitzung des Sozial- und Kultusausschusses Foto: Simon Granville
Das gelang dem 38-Jährigen, der Ende September die OB-Wahl mit knapp 51 Prozent der Stimmen gleich im ersten Durchgang für sich entschieden hatte. Flankiert von alten Hasen wie Baubürgermeister Klaus Brenner oder dem Gebersheimer und Höfinger Ortsvorsteher Wolfgang Kühnel leitete Degode das Gremium souverän durch die Tagesordnung – die Führungsrolle ist ihm aus seiner früheren Tätigkeit als Leiter des Verwaltungsbereichs des Düsseldorfer Kulturamts nicht fremd.
Publikum war reichlich vorhanden in der rund zweistündigen Ausschusssitzung. Das lag aber nicht daran, dass besonders viele Leonbergerinnen und Leonberger dem neuen OB zum Start ganz nah sein wollten. Grund war vielmehr die Tagesordnung, die viele Bürgerinnen und Bürger interessierte.
Beim Haushalt überließ Degode der Kämmereileiterin Stefanie Oeffinger das Feld. Das hat schon sein Amtsvorgänger Martin Georg Cohn ähnlich gehandhabt. Oeffinger musste sich, fast schon Tradition, ein ums andere Mal auf Paragraf 12 Absatz 2 der Gemeindehaushaltsverordnung berufen. Der besagt zusammengefasst: Gelder dürfen erst im Haushalt veranschlagt werden, wenn die Pläne für das entsprechende Projekt wirklich konkret sind – ein allgegenwärtiger Diskussionspunkt in Zeiten klammer Stadtkassen.
Gut vorbereitet, aber die Leonberger Spezialthemen bleiben nicht aus
Ansonsten wirkte es, als habe Degode Spaß an seiner Aufgabe. Der neue OB war gut vorbereitet, auch wenn er – unmittelbar und unvermeidbar – gleich mit ein paar Leonberger Spezialthemen konfrontiert wurde. Dirk Jeutter (CDU) kam erneut mit dem von der Feuerwehr geerbten Haus in Höfingen um die Ecke, bei Frank Albrecht (SALZ) war’s die Sanierungsreihenfolge der Leonberger Sporthallen.
Nichts wurde abgebügelt, vieles konstruktiv angegangen – es war ein guter Start für Tobias Degode in seine erste Sitzungswoche.