Erster Bewerber Horber Oberbürgermeister will Landrat in Esslingen werden
Der CDU-Kommunalpolitiker Peter Rosenberger will Heinz Eininger an der Spitze des Esslinger Landratsamtes beerben. Der Kreistag wählt den neuen Landrat am 26. Juli.
Der CDU-Kommunalpolitiker Peter Rosenberger will Heinz Eininger an der Spitze des Esslinger Landratsamtes beerben. Der Kreistag wählt den neuen Landrat am 26. Juli.
Nach 24 Dienstjahren ist für Heinz Eininger Schluss: Ende September beendet der 67-Jährige seine Amtszeit als Landrat von Esslingen. Über seine Nachfolge entscheidet der dann frisch gewählte Kreistag in seiner ersten regulären Sitzung am 26. Juli. Mit Peter Rosenberger, dem Oberbürgermeister von Horb am Neckar, hat nun der erste Interessent seinen Hut in den Ring geworfen. Der 52-Jährige hat am Montag seine Bewerbung öffentlich gemacht, nachdem er alle Kreistagsfraktionen („außer die, die mit der Verfassung nicht im Einklang stehen“) per E-Mail über seine Ambitionen informierte hatte.
Nein, beeilt sich Rosenberger gegenüber unserer Zeitung zu betonen, er wolle nicht unbedingt weg aus Horb, der mit rund 26 000 Einwohnern größten Kommune des Landkreises Freudenstadt, zu der 17 Stadtteile mit eigenen Ortschaftsräten gehören. „Ich fühle mich sehr wohl hier.“ Seit 15 Jahren ist er bereits das Stadtoberhaupt, leitet eine Verwaltung mit rund 500 Beschäftigten. Und er sagt im Brustton der Überzeugung von sich, „eine recht ordentliche Arbeitsbilanz“ vorweisen zu können. Nun aber sei der richtige Zeitpunkt für eine neue Herausforderung gekommen, und Esslingen sei „ein sehr spannender Landkreis“, findet er. Freunde, die hier leben, hätten ihn auf die frei werdende Stelle aufmerksam gemacht.
„Das Amt ist schon eine Hausnummer“, räumt Rosenberger ein. Immerhin ist der Esslinger Landrat gesetzlicher Vertreter des Kreises mit seinen rund 541 000 Einwohnern, Chef der über 2000 Beschäftigte zählenden Kreisverwaltung und Vorsitzender des Kreistags mit knapp 100 Mitgliedern. Vor der Aufgabe habe er großen Respekt, sagt Rosenberger, der selbst im Kreistag von Freundenstadt sitzt und daher auch jene Themen kennt, die auf Kreisebene von Bedeutung sind. Er würde das Amt aber mit Zuversicht angehen. Dabei kämen ihm zwei Eigenschaften entgegen: Er sei immer gut gelaunt – „und ich bin kein Einzelkämpfer“.
Das hat er bereits unter Beweis gestellt: Den Fraktionen im Kreistag hat er angeboten, seine Ideen vorzustellen und gemeinsam ein Programm zu entwickeln. Rosenberger, der wie Eininger CDU-Mitglied ist, weiß: Sie muss er von sich überzeugen. Denn der Landrat wird nicht von den Einwohnern gewählt, sondern vom Kreistag. Dafür braucht er mehr als die Hälfte der Stimmen aller Mitglieder. Klare Mehrheitsverhältnisse gibt es nicht: Im aktuellen Gremium stellen die Freien Wähler derzeit 28 Mitglieder, CDU und Grüne jeweils 19, die SPD 15. Vertreten sind zudem FDP, Linke und AfD.