Erster Gartentag in der Stihl-Markenwelt Friedliche Koexistenz mit Löwenzahn und Co.

In der Stihl-Markenwelt drehte sich alles um Pflanzen für den heimischen Garten. Foto: Eva Herschmann

Bunter Markt für grüne Oasen: Auf dem Gelände der Stihl-Markenwelt in Waiblingen gab es am Sonntag Tipps, Informationen und Inspirationen von Fachleuten für Hobbygärtner und Freizeit-Gemüsebauern.

Die Königin war mit einem Teil ihres Volks gekommen, ließ sich aber bitten. Als Ulrich Thudium die Klappe des Holzkastens öffnete, verschwand sie erst einmal geschäftig hinter der Wabenwand. Doch der stellvertretende Vorsitzende des Imkervereins Waiblingen und Umgebung spürte sie auf. Die Bienenkönigin mit der Nummer 35 auf dem Rücken, deren Heimstock nur rund 500 Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Seite der Rems steht, war schließlich einer der Stars des ersten Gartentags in der Stihl-Markenwelt in Waiblingen.

 

Der Gartentag soll keine einmalige Veranstaltung sein

Fleißige Bienen, Pflanzen und viele Tipps für rund 450 Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner sowie Freizeit-Obstbäuerinnen und -bauern gab es bei der Premiere des bunten Markts für grüne Oasen. Stihl werde von vielen Menschen mit dem Forstbau verbunden, sagte Alexander Blum, Referent Content und Kooperationen Stihl-Markenwelt. „Aber der Garten gehört auch zu unserem Metier.“ Und da die Markenwelt, die im Herbst 2023 eröffnet wurde, ohnehin ein Treffpunkt, ein Ort des Austauschs und der Kommunikation sein solle, werde der Gartentag keine einmalige Veranstaltung bleiben, so Blum, den der Anblick der „schönen Mischung“ von Protagonisten rund um das Thema Garten erfreute.

An den Ständen des Naturschutzbunds, kurz Nabu, des Schwäbischen Streuobstwiesenparadies, des Landesverband für Obst- und Gartenbau oder der Waiblinger Imker und in Vorträgen wurde gefachsimpelt. Die Gäste bekamen praktische Tipps und viele Inspirationen für das grüne Paradies vor der eigenen Haustüre. Außerdem boten die Gastgeber einen Frühjahrs-Check für Marken-Gartengeräte durch hauseigene Fachleute an. Es gab eine Pflanzentausch-Ecke mit überzähligen Pflanzen und Ablegern zum Mitnehmen. Mit etwas Glück wachsen in einigen Gärten und Gewächshäusern bald schon Fleischtomaten der Sorte Marmand heran, die ursprünglich aus Frankreich stammt und deren Früchte bis zu einem halben Kilogramm schwer werden können. Und weil zu einem Garten auch Vögel gehören, konnten die kleinen Gäste aus vorbereiteten Holz-Bausätze ein Vogelhäuschen zusammenbauen.

Wer in die Sprechstunde von Pflanzendoktor Jochen Veser wollte, musste etwas Geduld aufbringen und sich in die Schlange einreihen. Einem Ehepaar, dessen Gurken und Tomaten im Gewächshaus von Weißen Fliegen geplagt werden, riet Veser, es mit einem Netz zu probieren, das die Schädlinge abhalten soll. „Oder sie arbeiten mit Nützlingen. Schlupfwespen mögen die Weiße Fliege.“ Von einer chemischen Bekämpfung riet der Pflanzendoktor ab: „Das ist wahnsinnig aufwendig, denn sie müssen im Abstand von vier bis fünf Tagen spritzen.“

Fachmann rät zu mehr Gelassenheit bei der Gartenarbeit

Auch die Meinung des Gartenbuchautors Folko Kullmann war gefragt. Egal ob es um die Gestaltung von kleinen Gärten – „Ein Rasen bringt da nichts, Staudenflächen mit Trittplatten sind besser“ – oder den Kampf gegen Löwenzahn und kriechendem Hahnenfuß im Rasen ging, der laut dem Fachmann „aussichtslos“ ist. Kullmann findet die Naturgartenbewegung toll, „auch wenn es viel schwieriger ist mit einheimischen Pflanzen ein Beet zu gestalten“ und pflegeleicht nicht pflegelos bedeute. Aber Igel und andere Gartenbewohner freuten sich über nicht ganz so aufgeräumte Ecken im Garten, die ihnen Unterschlupf bieten, und Bienen über Wildblumenwiesen. „Und das Grünzeug in den Fugen darf auch mal wachsen, bei uns haben sich Glockenblumen eingenistet.“ Ohnehin riet er zu mehr Gelassenheit bei der Gartenarbeit. Außer Obstbäumen brauche kein Baum einen Schnitt, so Kullmann. „Im Wald rennt schließlich auch niemand mit der Schere herum.“

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