Erster Schultag in Realschule in Fellbach Regelbetrieb mit vielen Regeln

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Der Start nach den Sommerferien ist in diesem Schuljahr anders als sonst. Das zeigt sich auch bei einem Besuch in der Auberlen-Realschule in Fellbach.

Die Masken sind ein ständiger Begleiter beim Schulbesuch in Corona-Zeiten  – auch in der Fellbacher Auberlen-Realschule. Foto: Eva Herschmann
Die Masken sind ein ständiger Begleiter beim Schulbesuch in Corona-Zeiten – auch in der Fellbacher Auberlen-Realschule. Foto: Eva Herschmann

Fellbach - Die Mund-Nasen-Bedeckungen sind im Klassenzimmer stets griffbereit. Aber im Unterricht dürfen die Mädchen und Jungen der Klasse 9a der Fellbacher Auberlen-Realschule die Masken ablegen. Im Schulgebäude und im Pausenhof hingegen ist das Tragen Pflicht. Der Schulstart unter Corona-Bedingungen gestaltet sich anders als sonst. Dennoch scheinen alle froh, dass nach dem Ausnahme-Schulhalbjahr wieder der Regelbetrieb einkehrt. „Die Schüler brauchen jetzt ein bisschen Normalität“, sagt der Rektor Jörg Dieter. Das gelte auch für die Lehrer. „Obwohl wir Pädagogen im Kollegium haben, die ein Attest bekommen könnten, sind alle da, darüber bin ich sehr froh“, sagt der Schulleiter.

Die Freude über das Wiedersehen ist groß

Claudia Kilgus steht vor ihrer Klasse. „Welcome 9a“ steht auf dem Whiteboard. Es sieht aus wie immer, aber es ist alles anders. Die Freude über das Wiedersehen ist größer als früher nach Ferien. Es ist schließlich eine ganze Weile her, dass die ganze Klasse, 25 Schülerinnen und Schüler, zusammen war. „Ich habe mich mehr als sonst auf die Schule gefreut. Wir waren lange daheim“, sagt Emanuel Broos. Es sei eine Menge anders als sonst, ergänzt seine Mitschülerin Beate Lerchner. „Ich bin echt neugierig, wie es funktioniert. Aber bis jetzt halten sich alle an die Regeln.“

Dass vieles anders sein wird, wurde den Mädchen und Jungen schon beim Betreten des Schulhauses klar. Die Sechstklässler waren am Morgen um 7.50 Uhr die ersten, die ins Gebäude durften. Für die Klassenstufen sieben und acht war dann um 8.30 Uhr Schulbeginn. Die Letzten, die am Montag zum Unterricht erschienen, waren die Neunt- und Zehntklässler um 9.30 Uhr. Trotz des Schulstarts im Schichtbetrieb durften die Kinder und Jugendliche nicht einfach ins Haus hinein stürmen. Direkt hinter den gläsernen Eingangstüren waren zwei Tische aufgebaut. Die Lehrer, die an dieser Schleuse ihre Schüler in Empfang nahmen, kontrollierten, ob bei jedem die Maske sitzt, und sammelten die „Erklärung der Erziehungsberechtigten über einen möglichen Ausschluss vom Schulbetrieb nach der Corona-Verordnung Schule und der Corona-Verordnung Einreise-Quarantäne“ ein. „Von unseren 350 Schülern kamen etwa zehn ohne Masken, die haben von uns eine bekommen. Und vielleicht sieben hatten die Erklärung der Eltern nicht dabei. Aber die notwendigen Informationen konnten wir telefonisch einholen“, konstatiert Jörg Dieter zufrieden.

Laufwege werden mit Pfeilen vorgegeben

Normal ist der Schulalltag trotz Regelbetrieb mit allen Schülern im Haus an vielen Stellen nicht. Im Schulhof sind Laufwege mit Pfeilen vorgegeben. Markierungen weisen die Bereiche aus, in denen sich die Fünft- und Sechstklässler aufhalten dürfen. Die Sieben- und Achtklässler haben ihr eigenes Pausenrevier, ebenso die Neunt- und Zehntklässler. Schulchor und Orchester sind nach wie vor stumm. Mehrtägige Ausflüge oder Fahrten ins Schullandheim sind nicht möglich. Ein Ausflug im Klassenverband hingegen ist gestattet, auch der schulinterne Wandertag im Oktober soll stattfinden. „Dieses Schuljahr wird einfach kein ganz normales sein, aber ich hoffe auf Lockerungen im zweiten Schulhalbjahr“, sagt der Rektor. Vorerst aber fallen auch die klassenübergreifenden Arbeitsgemeinschaften der Corona-Pandemie zum Opfer. „Das gilt leider auch für unser Schülerpaten AG“, bedauert Claudia Kilgus. Die Fünftklässler, die an diesem Dienstag in der Auberlen-Realschule in ihr weiterführendes Schulleben starten, müssen die ersten Schritte ohne Beistand der Älteren ganz alleine gehen. „Das ist sehr bedauerlich, aber leider nicht anders möglich“, erklärt die Klassenlehrerin der 9a, die die Patenschaften sonst koordiniert.

Treppen nur als Einbahnstraße

Im geräumigen Schulhaus funktionieren die Treppen zurzeit nur als Einbahnstraße – die Treppe im linken Teil des Gebäudes führt nach oben, auf der Stiege rechts geht es nach unten. Die Türen zu den Klassenzimmern wiederum stehen alle offen. Das ist nicht nur den sommerlichen Temperaturen an diesem Septembermontag geschuldet, sondern auch dem Luftaustausch. „Wir haben Glück, anders als in manch anderen Schulen lassen sich bei uns die Fenster problemlos öffnen“, sagt der Konrektor Andreas Wersch.

In einem der Klassenzimmer tragen alle Masken: Das sei auf freiwilliger Basis, die Klassenlehrerin gehöre zur Risikogruppe und habe die Schüler darum gebeten, sagt Jörg Dieter.

Regelbetrieb in Schulen unter Pandemiebedingungen

Hygiene Die
Hygienepläne an der Fellbacher Auberlen-Realschule, die seit dem 14. September gelten, orientieren sich an dem Konzept für einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen der Corona-Verordnung und der Corona-Verordnung Schule für Baden-Württemberg sowie den Hygienehinweisen für die Schulen im Land, die in den jeweils aktuellen Versionen hier im Internet abrufbar sind.

Alternativpläne Der
Regelbetrieb in Schulen mit Präsenzunterricht in Klassenstärke erfolgt laut den Verordnungen. Es gilt der normale Stundenplan. Lehrkräfte, Eltern, Beschäftigte und andere Erwachsene müssen 1,50 Meter Abstand zueinander halten. Das Gebot gilt allerdings nicht für den Kontakt zu den Schülern und für die Schüler untereinander. Das Zusammensein von Schülern aus einer Jahrgangsstufe ist aus organisatorischen Gründen möglich. Nicht erlaubt sind gemeinsame Aktivitäten mit Schülern aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen. Sollte es die Entwicklung des Infektionsgeschehens notwendig machen, dass nur noch mit halber Klassenstärke unterrichtet werden kann, sind die Bedingungen in einem Plan B festgelegt. Die Schüler müssen nun wieder den Mindestabstand zueinander im Klassenzimmer einhalten, der Unterricht erfolgt im Schichtbetrieb, und der Nachmittagsunterricht wird als Fernunterricht gehalten. Falls die Pandemie noch stärkere Einschränkungen erfordert, gibt es auch noch einen Plan C, der vorsieht, dass einzelne Lehrkräfte und Klassen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, stattdessen Fernunterricht stattfindet. Der Stundenplan entspricht dem des Präsenzunterrichts, und es gilt die Teilnahmepflicht. Der Stoff kann nach der Rückkehr in Test und Klassenarbeiten abgefragt werden.




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