Die Landeshauptstadt will mit zusätzlichen Anreizen neues Personal gewinnen und ihre Mitarbeitenden halten. Zu Beginn der ersten Lesung des Doppelhaushalts 2024/2025 hat der Gemeinderat dazu dem Vernehmen nach gegen Bedenken von Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann (CDU) ein großes Paket im Umfang von rund 23 Millionen Euro und 89 Stellen gebilligt. Fuhrmann hatte darauf hingewiesen, dass die Abteilung Personalservice seit 2020 bereits um 70 Stellen aufgestockt worden sei.
Der Nachwuchs wird stärker umworben
Der zunehmende Fachkräftemangel könne nicht mehr allein durch klassische externe Rekrutierung ausgeglichen werden, so die Argumentation von Verwaltungsbürgermeister Fabian Mayer (CDU). Künftig sollen Social-Media-Kanäle verstärkt bespielt werden, um die „Generation Video“ zu erreichen. Dafür sind drei Stellen und 200 000 Euro jährlich vorgesehen. Die Stadt will außerdem ein Mitarbeiter-Empfehlungsprogramm auflegen, bei dem pro Erfolgsfall 1000 Euro an die Beschäftigten ausgezahlt werden. Für diese Kopfprämie sind 720 000 Euro jährlich veranschlagt, weitere 3,5 Millionen sollen in Benefits und Incentives fließen. Damit befristet Beschäftigte gehalten werden können, sind 15 unbefristete Poolstellen vorgesehen. Die Stadt will außerdem alle Azubis und Studierenden (750) mit Laptops ausstatten, für die drei Support-Stellen nötig sind.
Ein weiterer zentraler Punkt im Kampf um Mitarbeitende ist die Stuttgart-Zulage. Die Verwaltung schlägt 150 Euro pro Monat für jeden vor, will aber alle bestehenden Zulagen anrechnen. Diese Anrechnung und die Forderung von Verdi nach einer Tarifbindung sind umstritten. Ohne Anrechnung würde der Etat mit jährlich 37,6 Millionen Euro belastet werden.
9-Euro-Ticket angesichts Kosten wohl kein Thema
Nicht abgestimmt wurde am Montag ein von der SPD gefordertes 9-Euro-Ticket für Bonuscard-Inhaber, von denen es in der Stadt 75 000 gibt. Es würde je nach Nachfrage 16,5 bis 36,5 Millionen pro Jahr kosten. Abgelehnt wurde dem Vernehmen nach eine Vorlage von OB Frank Nopper (CDU). Er hatte 500 000 Euro beantragt, mit denen eine Agentur mit der Planung eines Bürgerfestes zur Eröffnung des Stuttgart-21-Hauptbahnhof beauftragt werden sollte.
Bei den Etatberatungen zeichnen sich nach der jahrelangen Dominanz der großen Fraktionen von Grünen und CDU wechselnde Mehrheiten und im Grundsatz ein Bündnis aus Grünen, SPD, der Fraktion Puls und der der SPD in einer Zählgemeinschaft verbundenen Einzelstadträtin Sibel Yüksel ab. Das wären 29 von 61 Stimmen.