Erstes Böblinger Stadtforum Weniger wäre mehr

Die Ausstellung handelt textreich viele Aspekte zum Klimawandel ab. Foto: /Stefanie Schlecht

Das komplexe Themenangebot des ersten Böblinger Stadtforums lässt den Besucher etwas ratlos zurück.

Der Klimawandel gehört zu den gravierendsten Themen unserer Zeit – aber taugt er für das Böblinger Stadtforum? Das Motto war schon 2022 beraten und beschlossen worden, jetzt mussten es die Ausstellungsmacherinnen Lea Wegner und Tabea Scheible umsetzen. Sie haben sich größte Mühe gegeben, die mannigfaltigen Aspekte in der Ausstellung darzustellen. Und doch merkt der Betrachter schnell, dass hier zu viele Bereiche abzuhandeln sind.

 

Noch dazu für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Landwirtschaft, Gastronomie, Lebensmittelhandel, Müll, Verkehr, Wald- und Wasserwirtschaft in allen Facetten – jeder einzelne Aspekt wäre locker eine eigene Ausstellung wert und so wohl leichter zu greifen, sowohl für die Kuratorinnen als auch für das Publikum.

Nun ist das erste Böblinger Stadtforum gestartet. Es wird spannend zu sehen, wie es läuft, wie die Angebote im Begleitprogramm genutzt werden und das Fazit Ende Januar ausfallen wird. Doch unabhängig davon müssen die Verantwortlichen um Kulturamtsleiter Sven Reisch das Format noch einmal gut überdenken. Welche Themenfelder und welche Formate könnten besser geeignet sein, um den gewünschten Diskurs in der Stadtgesellschaft zu ermöglichen und auch museumsferne Bevölkerungsgruppen anzusprechen? Bei welchen Themen lässt sich ein früher-heute-morgen so darstellen, dass die Ergebnisse griffig und langlebig sind.

Als mögliches Beispiel sei hier „Arbeiten in Böblingen“ genannt. Von der Landwirtschaft anno dazumal über den wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Krieg mit der Entwicklung Böblingens zum Hightech-Standort bis zur Frage, wie die Zukunft des Homeoffice aussieht – hier könnten mehr Menschen mitreden und sich fragen, was „gestern“ mit „morgen“ zu tun hat.

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