Erstes Geschäftsjahr nach der Fusion VR-Bank Ludwigsburg mit Ergebnis zufrieden

Der Vorstand der VR-Bank Ludwigsburg (v. l.) Heiko Herbst, Frank Kraaz, Joachim Sandner und Timm Häberle. Foto: /Michael Fuchs Fotografie

Die VR-Bank Ludwigsburg schließt das Geschäftsjahr 2022 trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gut ab. Mit dazu beigetragen habe die Fusion der drei Ursprungsbanken im Kreis.

Ludwigsburg: Sabine Armbruster (sar)

Dass die Zinsen so plötzlich und deutlich wieder steigen, habe alle Banken überrascht, sagte Timm Häberle, Vorstand der VR-Bank Ludwigsburg, am Donnerstag beim Rückblick auf das Geschäftsjahr 2022. Und das werde voraussichtlich einige in Schwierigkeiten bringen und zu Fusionen führen. Denn längerfristige Kredite wurden noch praktisch verschenkt, während die Sparer jetzt wieder Zinsen auf ihre Einlagen erwarteten.

 

Fusion hat schwierige Lage erleichtert

Im Kreis Ludwigsburg hat man schon 2021 aus den Genossenschaftsbanken Ludwigsburg, Neckar-Enz und Asperg-Möglingen die VR-Bank Ludwigsburg gemacht. „Der richtige Schritt zur richtigen Zeit“, so Häberle. Seine Vorstandskollegen untermauerten das mit Zahlen. Das Betriebsergebnis übertraf mit 53 Millionen Euro die Erwartungen, die Zahl der Kunden wuchs um stark 1500 auf mehr als 170 000. Das Kreditgeschäft stieg um 4,4 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. „In den ersten neun Monaten hatten wir extrem viel Baukredite, weil sich alle noch die günstigen Konditionen sichern wollten“, erklärte Vorstandsmitglied Frank Kraaz. Auch gewerbliche Kredite spielten dabei eine Rolle, obwohl manche angesichts von Inflation und Fachkräftemangel vorsichtig bei Investitionen seien. Doch die Unternehmen in der Region seien solide und wirtschaftlich stark.

Kunden können noch Geld zurücklegen

Bei den Kunden gebe es insgesamt nach wie vor „eine sehr hohe Sparfähigkeit und einen hohen Wohlstand, den es zu verteidigen gilt“, so Kraaz. Die Spareinlagen stiegen um 2,6 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Vorstandsmitglied Joachim Sandner führte das nicht nur auf steigende Zinsen zurück, sondern auch auf das Angebot neuer Sparprodukte, die den Kundenwünschen entgegenkämen. Auch Bausparverträge hätten wieder an Bedeutung gewonnen.

Fachkräftemangel wirkt sich aus

Rund 800 000 Euro mehr muss die VR-Bank Ludwigsburg für die Energiekosten ihrer 61 Filialen zahlen. Doch habe man durch die Fusion auch einiges einsparen können, so Vorstandsmitglied Heiko Herbst. Die Personalkosten etwa liegen eine Million Euro unter Plan. Zum einen wurden einige Mitarbeiter, die in Ruhestand gegangen seien, nicht ersetzt, zum anderen mache sich auch bei der VR-Bank Ludwigsburg der Fachkräftemangel bemerkbar, der in der einen oder anderen Filiale zu tageweisen Schließungen geführt habe. Sehr zufrieden zeigten sich die Vorstandsmitglieder mit der Entwicklung von Sisy, dem Service-Interaktiv-System, über das man in einem geschützten Raum und zu längeren Öffnungszeiten als sonst in Filialen per Video zu spezialisierten Beratern Kontakt aufnehmen kann.

Das aktuelle Jahr wird anspruchsvoll

Insgesamt habe man eine anspruchsvolle Zeit vor sich, die man aber bewältigen werde. Unter allen Genossenschaftsbanken Deutschlands liege man mit seinen Geschäftszweigen immerhin im vorderen Drittel. Auch die Fusion, die durch Corona und das Verhindern persönlichen Kennenlernens erschwert worden sei, sei weitestgehend bewältigt. Das Gerichtsverfahren mit der ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden gehe allerdings noch weiter. „Ein Güterichterverfahren ist von der Gegenseite abgelehnt worden“, so Häberle.

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