Erweiterungsbau in Göppingen Hoch hinaus auf dem Dach der Deutschen Bank
Ein Investor aus dem bayerischen Pöcking plant eine große Erweiterung des Gebäudes an der Mörikestraße hinterm „Agnes“ mit 53 Mini-Appartements und 30 Wohnungen.
Ein Investor aus dem bayerischen Pöcking plant eine große Erweiterung des Gebäudes an der Mörikestraße hinterm „Agnes“ mit 53 Mini-Appartements und 30 Wohnungen.
Mächtig ragt die Ostfassade des „Agnes“ in der Mörikestraße auf. Die Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite ducken sich da förmlich weg. Zumindest im Fall der Deutsche-Bank-Filiale soll das nicht so bleiben. Der Investor Jan Watzl aus dem bayerischen Pöcking hat das 60er-Jahre-Gebäude von dem Kreditinstitut gekauft und will es in großem Stil erweitern.
Im Gestaltungsbeirat von Göppingen stellte er das Konzept vor. Das von der Deutschen Bank gebaute Haus in der Mörikestraße habe eine „tolle Bausubstanz“. Das Kreditinstitut hat jetzt einen Mietvertrag bis Ende 2029, derzeit für die beiden unteren Geschosse des Bestandsbaus, wolle sich aber langfristig aufs Erdgeschoss zurückziehen, sagte Watzl. Dann soll unter seiner Regie im ersten und zweiten Obergeschoss eine Art Appartementhaus mit 53 Miniappartements entstehen, in dem beispielsweise Firmen kurzfristig und vorübergehend Mitarbeiter unterbringen können. Dafür habe er bereits mit einem Anbieter solcher Service-Appartements, der Limehome Germany GmbH, einen Vertrag abgeschlossen.
Über diese drei Geschosse will Jan Watzl zusammen mit seinem Architekten drei weitere Geschosse setzen, aus statischen Gründen wahrscheinlich in Holzbauweise. Die zusätzlichen Etagen sollen Wohnungen erhalten und einen großen Gemeinschafts-Dachgarten tragen. Südlich vom Bestandsbau, dort, wo jetzt die Parkplätze sind, plant Watzl einen ganz neuen siebengeschossigen turmartigen Kopfbau, der ebenfalls Neubauwohnungen umfasst. Geplant sind insgesamt 30 Wohnungen.
Dadurch werde sich die Fläche des Gebäudes wesentlich vergrößern, sagte Jan Watzl. Konkret: Je nach genehmigter Aufstockung und Erweiterung könnten es bis zu 7000 Quadratmeter Geschossfläche werden.
Im Gestaltungsbeirat unter dem Vorsitz von Peter Cheret erntete Watzl durchaus Wohlwollen. „Es könnte für Göppingen ein Gewinn sein, dieses Gebäude zu entwickeln“, sagte Cheret. Das richtige Maß der Nachverdichtung sei jedoch eine wichtige stadtplanerische Frage, meinte Johannes Kappler. Er lobte, dass der Investor die Geschichte des Gebäudes bewahren wolle. Das Haus werde jedoch später „eine sehr viel stärkere Präsenz als bisher haben.“ Stadtplanerisch wünschenswert sei es, wenn das neue Gebäude ein Stockwerk weniger bekäme, denn vor allem nach Süden hin existiere eine kleinräumige Struktur. Die vorgesehenen Abstände seien dort zu gering, meinte Kappler.