Die 48-Volt-Batterie dient dazu, den Grad der Elektrifizierung von Verbrennerfahrzeugen zu erhöhen und dadurch den Kraftstoffverbrauch zu senken. Foto: Bosch
Rund 100 000 Autos konnte Mercedes nicht bauen, weil Bosch mit der Lieferung einer 48-Volt-Batterie nicht nachkam. Jetzt ist das Lieferproblem gelöst – ein anderes aber noch nicht.
Die Lieferengpässe bei Bosch, die über Monate zur Einschränkung der Autoproduktion bei Mercedes geführt haben, sind beseitigt. „Wir haben diese Restriktion gelöst“, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius am Freitag.
Bosch ist auch hochwertige Massenproduktion spezialisiert – bei einem Produkt für Mercedes geriet der Motor ins Stocken. Foto: dpa/Bernd Weißbrod
Absatz von Mercedes um rund fünf Prozent gemindert
In ungewöhnlicher Offenheit hatte Mercedes seine Verärgerung über den – namentlich bis heute nicht genannten – Lieferanten Bosch zum Ausdruck gebracht. Man sei „absolut nicht glücklich“ mit der Leistung, erklärte Mercedes-Finanzchef Harald Wilhelm vor einigen Monaten. Der Effekt der ausbleibenden Lieferungen auf die Geschäftszahlen sei „sehr materiell“.
Betroffen waren die Bestseller GLC und E-Klasse, die nun wieder ohne diesen Engpass produziert werden können. Es habe keine Staus in der Produktion gegeben, sagte Källenius. Für die Nachfrage dürfte das allerdings nicht zutreffen – der Absatz des vergangenen Jahres sei durch den Mangel um rund fünf Prozent gemindert worden. Das entspricht rund 100 000 Fahrzeugen.
Mercedes dürfte Schadenersatz fordern
Im Raum steht weiter die Frage, in welcher Höhe Bosch Schadenersatz an Mercedes zahlen muss. Zwar kann die Produktion grundsätzlich nachgeholt werden; angesichts der verlängerten Lieferfristen dürften aber auch Kunden abgesprungen sein. „Mit einer gewissen Wartefrist finden sich viele Kunden ab, irgendwann aber ist eine Schmerzgrenze erreicht, und sie stornieren – wenn möglich – den Kauf“, hatte LBBW-Autoanalyst Frank Biller seinerzeit unserer Zeitung gesagt. Källenius selbst will zu den Verhandlungen keine Stellung nehmen.