Eskalation im Nahen Osten Warum sich die Risiken für Israel mehren

Dunkler Rauch steht über dem iranischen Öldepot von Shahran nach einem israelischen Angriff. Foto: AFP

Mit beeindruckenden Militär-Operationen demütigt Israel seine Feinde. Doch steigt der Preis, den es dafür bezahlt.

Wie so oft in den rund 620 Tagen seit dem mörderischen Überfall der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel ist ein weiteres Mal zu beobachten: Dessen Feinde, die Wind gesät haben, ernten Orkan. Jetzt ist der Iran an der Reihe. Als Atomrüster und als Schutzmacht der Hamas im Gazastreifen sowie der Hisbollah im Libanon.

 

An Härte und Präzision setzen die israelischen Schläge Maßstäbe. Das gilt für Überraschungsmoment, Tempo, Umfang und reicht von der Aufklärung und nachrichtendienstlichen Vorbereitung bis zum Einsatz von Kampfjets über sehr große Entfernungen. Kaum jemand im Nahen Osten wird davon gänzlich unbeeindruckt bleiben. Allerdings geht Israel auf diesem Kurs, der zur irritierenden Endsieg-Rhetorik von Regierungschef Benjamin Netanjahu passt, hohe Risiken ein. Zunächst in der Form, dass auch Irans Gegenschläge tödliche Wirkung erzielen – trotz der ausgeklügelten israelischen Luftverteidigung, die erste Löcher zeigt.

Das viel größere Risiko auf längere Sicht liegt aber in der Eskalation, die Israel betreibt. Mögen Hamas oder Hisbollah dadurch schwer geschlagen sein – sie werden Nachahmer finden. Erwartungen, das brutale iranische Kleriker-Regime lasse sich an den Verhandlungstisch oder gar wegbomben, wären nach allen historischen Erfahrungen naiv. Weshalb offener denn je bleibt, ob Israels militärischen Erfolgen ein stabiler politischer folgen wird.

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