Eskalation in Schorndorf Protestierer verfolgen Ricarda Lang – Polizei muss Pulk stoppen

Bauernprotest an der Zufahrt zur Schorndorfer Manufaktur. Foto: 7aktuell.de/Kevin Lermer

Die Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang kann den politischen Aschermittwoch nur unter Polizeischutz verlassen. Neben Landwirten sind an der Protestkundgebung offenbar auch Menschen aus der Querdenker-Szene beteiligt.

Rems-Murr: Sascha Schmierer (sas)

Hupende Traktoren auf den Zufahrtsstraßen, „Haut ab!“-Sprechchöre gegen die Partei-Promis: Auch in Schorndorf ist der politische Aschermittwoch der Grünen von Protestkundgebungen überschattet worden. Aufgebrachte Landwirte und offenbar der Querdenker-Szene zugerechnete Störer blockierten den Zugang zum Kulturzentrum Club Manufaktur, die grüne Bundesvorsitzende Ricarda Lang konnte den Veranstaltungsort nur unter Polizeischutz verlassen. Neben Pfiffen und „Pfui“-Rufen musste sich die für den Wahlkreis Backnang-Schwäbisch Gmünd im Bundestag sitzende Politikerin übelste Schmähungen anhören. Die 30-Jährige und ihre Personenschützer wurden in der aufgeheizten Stimmung beim Verlassen des Areals sogar gut 50 Meter weit verfolgt, bevor die Polizei den Pulk stoppte.

 

Auch bei der Veranstaltung im Konzertsaal der Manufaktur selbst hatte es immer wieder zornige Zwischenrufe aus dem Publikum gegeben. Erst als die Grünen einen Sprecher der Landwirte für ein Statement auf die Bühne baten, entspannte sich die Atmosphäre etwas. Niko Kalaitzidis aus Eckartsweiler bei Welzheim übte scharfe Kritik an der verfehlten Agrarpolitik, die den Bauern keine Luft zum Atmen mehr lasse. „Wir sind an der Kante – und das nicht nur wegen des Agrardiesels“, sagte er.

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