Esslingen Brückenschlag über den Rossneckar
Die neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer über den Rossneckar ist fertig. An diesem Freitag wird die Direttissima zwischen dem Esslinger Bahnhof und Mettingen wieder frei gegeben.
Die neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer über den Rossneckar ist fertig. An diesem Freitag wird die Direttissima zwischen dem Esslinger Bahnhof und Mettingen wieder frei gegeben.
Esslingen. - Von der langen Liste mit Brücken und Stegen, die in Esslingen zurzeit saniert werden – oder noch saniert werden müssen – kann von diesem Freitag an eine gestrichen werden: Die neue Rad- und Fußgängerbrücke über den Rossneckar, unmittelbar bevor dieser ein gutes Stück hinter dem Südwestmetall-Gebäude wieder in den Neckar mündet, wird an diesem Freitag für den Verkehr freigegeben. Damit kann der Neckarradweg vom beziehungsweise bis zum Esslinger Bahnhof – aus oder in Richtung Stuttgart – wieder genutzt werden.
Die Gesamtkosten für den Ersatzneubau belaufen sich auf rund 780 000 Euro, wobei knapp 150 000 Euro davon als Förderung vom Land kommen. Ein Austausch war notwendig geworden, weil die alte Brücke trotz regelmäßiger Wartungsarbeiten großflächig verrostet war und die Holzelemente durch Feuchtigkeit, Abrieb und Pilzbildung starke Beschädigungen aufwiesen. Viele Monate lang mussten Fußgänger und Radfahrer aufgrund der nicht mehr verkehrssicheren Brücke über den Rossneckar auf die kürzeste Verbindung zwischen dem Esslinger Bahnhof und Mettingen, die geradewegs am Neckar entlang führt, verzichten und einige Umwege in Kauf nehmen.
Das durchwachsene Wetter hatte in den vergangenen Wochen die bis Juli geplante Fertigstellung des neuen, 25 Tonnen schweren Brückenbauwerks verhindert. Am vergangenen Samstag ergaben Feuchtigkeitsmessungen nun aber endlich eine Unterschreitung des kritischen Grenzwerts im Fundamentbeton. Zudem prognostizierten die Wetterpropheten für die Tage danach trockenes Sommerwetter. Daher wurde gleich am Montag die abschließende Lage des Korrosionsschutzes und des Dichtungssystems aufgebracht, ehe am Dienstag die noch fehlende Schutzschicht aus Gussasphalt folgte. Mit dem Aufbringen des abschließenden Deckbelags auf der Brücke und auf den angrenzenden Wegen an diesem Donnerstag konnte der Neubau jetzt endgültig fertiggestellt werden, sodass einer Freigabe nichts mehr entgegen steht.
Wie die Stadt in einer Pressemitteilung schreibt, soll die neue Brücke – als künftiger Zugang zum Neckaruferpark – ein offenes und einladendes Erscheinungsbild vermitteln. Die wenigen sichtbaren Stahlelemente seien deshalb in hellen Grautönen gehalten. Darüber hinaus bekomme das leicht nach außen geneigte Geländer eine transparente Seilnetzbespannung. „Ihre Bogenform verleiht der Brücke zudem eine gewisse optische Spannung und bietet Kanu- und anderen Bootsfahrern eine angenehme Durchfahrtshöhe von 1,5 Metern“, heißt es seitens der Stadtverwaltung weiter.
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Alles in allem erreicht die neue Überquerung eine Spannweite von knapp 15 Metern und ermöglicht durch eine Breite von vier Metern, statt der bisher nur gut drei Meter, eine flexiblere Nutzung. Die geradlinige Spurführung und der geschlossene Asphalt machen das Überfahren mit dem Rad zudem sicherer und angenehmer. Durch die offene Stahlkonstruktion, die integrale Bauweise und hochwertige Materialien sollen überdies eine wartungsärmere Zukunft sowie eine großere Langlebigkeit gewährleistet sein.
Und dank einer Traglast von 40 Tonnen können bei Bedarf auch schwere Baustellenfahrzeuge die neue Brücke queren. Dass dies schon in einiger Zeit erforderlich werden könnte, ist dabei alles andere als unwahrscheinlich. Schließlich soll der geplante Radschnellweg Neckartal in unmittelbarer Nähe zur nunmehr bestehenden mit einer separaten Brücke ausgestattet werden.