Esslingen Linken-Antrag gescheitert: Hindenburg bleibt Hindenburg

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Die Linken forderten die Umbennung der Hindenburgstraße in Oberesslingen. Doch ihr Antrag fand im Esslinger Gemeinderat keine Mehrheit. Die SPD hat derweil eine andere Idee.

Paul von Hindenburg (links) und Adolf Hitler auf einer Mai-Kundgebung 1933. Foto: akg-Images
Paul von Hindenburg (links) und Adolf Hitler auf einer Mai-Kundgebung 1933. Foto: akg-Images

Esslingen - Die Anwohner der Hindenburgstraße können aufatmen. Ihre Straße bleibt auch weiterhin eine Hindenburgstraße. Die Linken im Esslinger Gemeinderat hatten beantragt, sie umzubenennen, erstens weil der national-konservative Paul von Hindenburg als Steigbügelhalter Hitlers gilt, und zweitens, weil es die Nazis selbst waren, die die ehemalige Clarastraße in Hindenburgstraße umbenannten, um damit den letzten Präsidenten der Weimarer Republik zu ehren. Der hatte Hitler zum Reichskanzler ernannt und ihm damit den Weg geebnet zur Diktatur.

Zwischen machbar und politisch korrekt

Der Antrag wurde mit einer breiten Mehrheit abgelehnt. Klaus Hummel, als einer der altgedienten Stadträte, begründete die Ablehnung der SPD-Fraktion mit dem Satz: „Wir müssen abwägen zwischen dem, was politisch korrekt wäre und dem, was machbar ist.“ Er charakterisierte Paul von Hindenburg durchaus kritisch, würdigte ihn aber auch als Kind seiner kriegerischen Zeit. Eines aber sei er eben nicht gewesen: ein Nationalsozialist.

Für Klaus Hummel war es außerdem an der Zeit, die alle paar Jahre aufflammende Umbenennungsdiskussion bei verschiedenen Straßen ein für alle Mal mit einer gemeinsamen Erklärung zu beenden. Er schlug einen Text vor nach Ravensburger Vorbild: „Straßenbezeichnung sind Ausdruck der historischen Entwicklung der Stadt und des jeweiligen Zeitgeistes (. . .) Straßennamen nach Personen mit zweifelhafter und widersprüchlicher Geschichte dienten ursprünglich deren Würdigung. Heute sind sie uns Mahnung und Erinnerung an unrühmliche Abschnitte der Geschichte. Wir wollen sie durch geeignete Maßnahmen kenntlich machen und kommunizieren. Dies gilt nicht für nationalsozialistische Gewalttäter“, zitierte er.

Eine Umbenennung macht Geschichte nicht ungeschehen

Durch eine Umbenennung könne unheilvolle Geschichte nicht ungeschehen gemacht werden, sagte Hummel. Weiter schlug die SPD vor, ein Schild zu Beginn der Hindenburgstraße anzubringen, auf dem die Problematik des Wirkens Paul von Hindenburgs beschrieben sei. Einen Weg, den auch Edward-Errol Jaffke (CDU) vorschlug. Carmen Tittel von den Grünen widersprach: Jede Zeit habe das Recht über Straßennamen nachzudenken und die Hindenburgstraße könnte gut, so wie früher, auch wieder Clarastraße heißen.




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