Das France Mobil ist am Donnerstag vor der Seewiesenschule in Esslingen vorgefahren. Die seit dem Jahr 2002 existierende Initiative will Schülern die französische Sprache und Kultur näher bringen.

Esslingen - Lauréta Agossah mag Schokolade, Sport und die Ferien. Was sie nicht mag sind unter anderem Brokkoli und Regen. Das alles erzählt sie den Schülerinnen und Schülern der Esslinger Seewiesenschule auf Französisch, denn ganz besonders liebt es Lauréta, jungen Menschen ihre Muttersprache zu vermitteln. Zurzeit tourt die junge Französin mit dem France Mobil – einer Initiative des Deutsch-Französischen Jugendwerks, des Institut français Deutschland und der Robert Bosch Stiftung – durch Baden-Württemberg. Sie besucht verschiedene Schulen, um den Kindern und Jugendlichen Spaß am Französischlernen zu vermitteln.

 

„Je m’ appelle pas bonjour“

Zunächst lässt Lauréta die Schüler raten, wie sie denn heiße. Ein Junge, der sie offenbar nicht verstanden hat, antwortet: „Bonjour“. „Non“, sagt die junge Französin, „je m’ appelle pas bonjour“ – nein, guten Tag heißt sie nicht. Nachdem sich Lauréta vorgestellt und von sich erzählt hat, sind auch die Zwölf- und Dreizehnjährigen an der Reihe, etwas über sich zu verraten – natürlich auf Französisch. Nur anfänglich sind Hemmungen zu spüren, in einer fremden Sprache mit einer fremden Person zu kommunizieren. Nach und nach trauen sich die Siebtklässler mehr zu. Sie erzählen von sich, lernen die Farben auf Französisch und erfahren, dass Lauréta in Frankreich geboren wurde, in frankophonen Ländern wie Djibouti, Senegal und Togo aufgewachsen ist und heute in Nantes lebt.

Fremdsprache lernen auf spielerische Art

Auf spielerische Art wird Lust auf die Fremdsprache gemacht und das Nachbarland ein stückweit vorgestellt. Das ist das Ziel von France Mobil: junge Lektoren wie Lauréta Agossah vermitteln an den Schulen „ein zeitgemäßes Frankreich und liefern Informationen zur Fremdsprachenwahl“. Entsprechend motiviert sind die jungen Lehrer, die mit ihren Fahrzeugen – natürlich der Marke Renault – vor den Schulen vorfahren. „Ich möchte mit den Schülern meine Vision von Frankreich und der Frankophonie teilen, am besten durch verschiedenste bunte Aktivitäten“, erklärt Lauréta Agossah. Bei dieser Gelegenheit wolle sie Baden-Württemberg kennenlernen, mehr über die lokale Kultur erfahren und nebenbei ihr Deutsch verbessern.

Die Lehrerin Karin Tomaszewski hat das France Mobil an die Esslinger Gemeinschaftsschule geholt. Sie ist von der Idee angetan, „auf diese Weise die Schüler für die französische Sprache und Kultur zu begeistern“. Schon im Jahr 2003 hatte sie das France Mobil für ihre damalige Schule in Holzgerlingen (Kreis Böblingen) angefordert – kurz nach dem Start des Angebots.