Die Debatte um den Standort der Esslinger Stadtbücherei hält an: Der Inklusionsbeirat spricht sich für einen Umzug ins Kögel-Gebäude aus.

Region: Andreas Pflüger (eas)

Das Fazit des Esslinger Inklusionsbeirats zur Zukunft der Stadtbücherei ist eindeutig: „Wir sprechen uns mehrheitlich für einen Umzug der Bücherei in das Kögel-Gebäude aus. Dort sehen wir die besten Voraussetzungen für eine zeitgemäße, barrierefreie und inklusive Bücherei für alle.“

 

Den Pfleghof hingegen hält das Gremium „für besser geeignet als Ort für ein kulturelles Zentrum oder als Ergänzung zum Stadtmuseum – aber nicht als Hauptstandort für die Stadtbücherei der Zukunft“, heißt es zum Schluss einer Stellungnahme, die von der Beiratsvorsitzenden Birgit Huber unterzeichnet ist.

Andere Voraussetzungen als vor 35 Jahren

Das Schreiben wurde dieser Tage den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats, dem Oberbürgermeister, dem Bürgerausschuss Innenstadt, dem Stadtseniorenrat, dem Jugendgemeinderat, der Initiative für Bürgerbegehren sowie der Presse zugeschickt. Überschrieben mit den Worten: „Barrierefreiheit, Teilhabe und moderne Anforderungen an einen inklusiven Bildungsort“.

Die Chance, einen solchen zu erschaffen, daran lässt der Inklusionsbeirat keinen Zweifel, biete sich mit dem Haus Kögel und zwar für jung und alt, aber eben auch für Menschen mit körperlicher oder kognitiver Beeinträchtigung, mit Hör- oder Sehbehinderung. Eine zeitgemäße Bücherei müsse heute zudem andere Voraussetzungen erfüllen als vor 35 Jahren, als die Einrichtung in den Pfleghof gezogen sei.

Beirat nennt mehrere Gründe für einen Umzug ins Kögel-Haus

Der Inklusionsbeirat zählt mehrere übergeordnete Punkte auf, die aus seiner Sicht dafür sprechen, „den Standort Kögel für die neue Stadtbücherei zu wählen“: So könne der denkmalgeschützte Pfleghof die Anforderungen für Barrierefreiheit und Inklusion weder technisch noch wirtschaftlich erfüllen. Ein weiterer Punkt sei die Zukunftsfähigkeit der Einrichtung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.

Auch die zentrale Lage und die dort mögliche Aufenthaltsqualität, etwa durch ein geplantes Café, sprechen aus Sicht des Beirats für einen Umzug, da mit der Bücherei im Kögel-Haus ein generationenübergreifender Begegnungsort entstehen würde.

Letztlich werden in der Stellungnahme auch noch die Punkte Flächen und Wirtschaftlichkeit aufgeführt. Denn trotz einer gegenüber dem Pfleghof um 40 Prozent größeren Publikumsfläche und einer um etwa 50 Prozent größeren Gesamtfläche würden die Umbaukosten der beiden Gebäude auf etwa dem gleichen Niveau liegen; bei einer aus Sicht des Inklusionsbeirats „deutlich besseren Funktionalität des Kögel-Gebäudes“.