Esslingen Kreissparkasse profitiert vom Aufschwung

Kreissparkasse im Höhenflug. Der konjunkturelle Aufwind beschert dem Esslinger Geldinstitut Rekordzahlen. Foto: dpa
Kreissparkasse im Höhenflug. Der konjunkturelle Aufwind beschert dem Esslinger Geldinstitut Rekordzahlen. Foto: dpa

Die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen hat im vergangenen Jahr bei nahezu allen Kennzahlen zugelegt. Die drittgrößte Sparkasse des Landes sieht sich für die Zukunft gut gerüstet.

Esslingen: Thomas Schorradt (adt)
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Esslingen - Stabil, robust, hervorragend, zufrieden – das sind die Vokabeln, mit denen die Vorstandsriege der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen am Donnerstag anlässlich der Bilanzpressekonferenz zum Jahresabschluss 2016 nahezu verschwenderisch umgegangen ist. Getoppt wurde die durchweg positive Grundeinschätzung meist noch mit dem beiläufigen Zusatz, die Kreissparkasse habe sich auf nahezu allen relevanten Geschäftsfeldern über dem Durchschnitt aller Geldinstitute im Land behauptet.

„Aktuell rangiert die Kreissparkasse in puncto Bilanzsumme von über 8,3 Milliarden Euro auf Platz 3 unter den 51 baden-württembergischen Sparkassen“, sagt Burkhard Wittmacher, der Vorstandsvorsitzende des Geldinstituts. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, bedingt durch die Niedrigzinsphase, den EU-Austritt Großbritanniens und die Unsicherheiten nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten, sei die Bilanzsumme im Vergleich zum ohnehin schon guten Vorjahr um 210 Millionen Euro gestiegen. Auch das Geschäftsvolumen als zweite wichtige Kennzahl sei von rund 8,4 Milliarden auf jetzt 8,65 Milliarden Euro gestiegen.

Ein Plus von 12,5 Prozent im Unternehmenskundengeschäft

Die anhaltend gute Konjunkturentwicklung hat Wittmachers Worten zufolge vor allem das Unternehmenskundengeschäft befeuert. Im vergangenen Jahr hat die Kreissparkasse den Firmen und Betrieben neue Darlehen in Höhe von 722 Millionen Euro zugesagt. Das sind 12,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Ausleihungen an Privatpersonen profitiert das Geldinstitut von dem durch die niedrigen Zinsen florierenden Baufinanzierungsgeschäft. Hier sind 122 Millionen Euro, 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr, über den Tresen gegangen.

Eine andere Form von Zuwächsen löst bei den KSK-Bankern dagegen wenig Freude aus. Der den Banken im Zuge der Finanzkrise auferlegte Regulierungsaufwand treibt nach Einschätzung von Wittmacher immer seltsamere Blüten. „Von Jahresmitte an müssen wir bei Unternehmenskrediten, die die 25 000-Euro-Grenze überschreiten, einen anonymisierten Datenkranz von 100 Positionen erheben und der Europäischen Zentralbank melden“, klagt er. Die Daumenschrauben anzuziehen mache bei einer internationalen Investmentbank, die mehr Risiko in ihren Büchern trage, noch Sinn, nicht jedoch bei einer regional verwurzelten Sparkasse. Den Mehraufwand zahle letztlich der Kunde.

Konzentration auf zwei Standorte in Esslingen

Im Bemühen, die Zahl der Standorte in Esslingen zu verringern, biegt die Kreissparkasse auf die Zielgerade ein. Im Februar 2016 haben 300 Mitarbeiter das neue Haus Vogelsang bezogen, im Frühjahr 2018 sollen aus den vormals fünf Standorten in Esslingen endgültig nur noch zwei geworden sein. „Wir sind im Zeit- und Kostenplan“, sagt der stellvertretende KSK-Vorstandschef, Bernd Haußels, mit Blick auf die unterm Strich rund 70 Millionen Euro teure Neuordnung.

„Fotoüberweisung“ heißt der jüngste Innovationsschritt, der dem digitalisierten Bankgeschäft neuen Schwung verleiht. Über eine App lassen sich Rechnungen und Überweisungen einfach mit dem Smartphone abfotografieren und bezahlen. Neu ist auch ein Handy-zu Handy- Zahlsystem, bei dem Beträge bis 30 Euro hin- und her transferiert werden können. Dass der Trend hin zum Online-Banking zu Lasten des Filialnetzes gehen könnte, sieht Wittmacher nicht. Allerdings werde es auf Dauer nur noch dort Filialen geben, „wo es noch Geschäfte gibt, in denen man das abgehobene Geld auch ausgeben kann“.




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