Esslingen Kultur macht Riesensätze vorwärts

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Das Theater boomt, die Straßenkunst wächst, die Stadt hat wieder große Lust, kulturell innovativ zu sein.

Durchgezündet hat das Straku-Festival in der Esslinger Kulturszene Foto: Michael Steinert
Durchgezündet hat das Straku-Festival in der Esslinger Kulturszene Foto: Michael Steinert

Esslingen - Zwei weltweite Alleinstellungsmerkmale präsentierte der Esslinger Kulturamtsleiter Benedikt Stegmayer im Kulturausschuss des Esslinger Gemeinderates am Mittwoch: das Glockenspielfestival und das Hochwachtstipendiums, das im vergangenen Jahr eingerichtet worden war. Aber nicht nur dieses beiden Engagements zeigen, dass Esslingen nach wenigen Jahren der Stagnation kulturell wieder auf Kurs geht, teils durch städtische Initiativen, teils durch die Arbeit von Privatleuten.

In seinem Bericht über die kulturelle Entwicklung der Stadt war Stegmayer vor allem die Wiedereröffnung des Central-Theaters wichtig. Für ihn ist bedeutet sie eine entscheidende Belebung der Theaterszene. Es habe ihn viel Überzeugungsarbeit gekostet, das Team des Sprach- und Sprechkünstlers Philipp Falser für das Theater zu gewinnen. Neben der großen Landesbühne habe Esslingen eine „sehr beschränkte Theaterszene“, die im wesentlichen aus dem Kabarett der Galgenstricke, dem Lima-Figurentheater und einigen Spielclubs bestehe. Aus seiner Sicht solle und müsse eine Stadt aber eine freie Theaterszene entwickeln. Das Central-Theater verwirkliche eigene Produktionen, das Kulturamt Esslingen nutze das Theater, und auswärtige Ensembles bespielten die Bühne. Stegmayer ist sicher, dass auch vom Central-Theater bald ein Antrag auf eine Förderung bei der Stadt eingehen wird.

Der Name Philipp Falser fiel noch ein zweites Mal in der Sitzung – als Name des Hauptorganisators des Straku-Festival, das in diesem Jahr die gesamte Altstadt bespielt hat. Damit habe das Kulturamt eine Idee verwirklichen können, die es schon seit Jahrzehnten in der Schublade hatte, berichtete Stegmayer. Ebenfalls wurde im vergangenen Jahr die Galerie 13 in der Webergasse erfolgreich wiederbelebt, die einige Jahre geschlossen gewesen war. Die beiden Betreiber Leander Schwazer und Jedrzej Golecki holen vor allem junges Publikum zur bildenden Kunst. Aber auch die Stadt profitiert. Mit der neuen Galerie 13 hat sie einen Raum gefunden, in dem sie die Schätze aus ihrer grafischen Sammlung zeigen kann.

Darüber hinaus gibt noch viele weitere Beispiele, mit denen Esslingen als zentraler Veranstaltungsort punktet, etwa beim Jazzfestival, das der Kulturausschuss mittlerweile finanziell unterstützt. Die Stadt, so Stegmayer habe wieder große Lust, in der Kultur innovativ zu handeln.




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