Ein Teil des neuen Leitbildes der Hochschule Esslingen ist der Ausbau der Fahrzeugtechnik in Richtung Elektromobilität.
Esslingen - Die Hochschule Esslingen wird nachhaltig. Unter diesem Leitbild hat am Dienstag der Rektor Bernhard Schwarz vor dem Senat das künftige Tun und Wirken der Schule zusammengefasst.
Das neue Leitbild der Schule wird jetzt in den elf Fakultäten umgesetzt, die in Esslingen die klassische, technische und die soziale Ausrichtung umfassen. Bei den Technikern sind besonders die beiden Themen „Elektromobilität“ und „Energieeffizienz“ gefragt, bei den geisteswissenschaftlichen Studiengängen ist es das Thema „Gesellschaft im Wandel“.
63 von 69 Maßnahmen sind schon umgesetzt
Zusätzlich zum Leitbild stellte der Rektor in seinem Rechenschaftsbericht den Strukturentwicklungsplan der Schule vor. 69 Maßnahmen hatte sich die Hochschule vorgenommen, 63 hat sie bereits umgesetzt: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit unter den Fakultäten wurde umgesetzt, das Marketing wurde ausgebaut und politische Netzwerke wurden vorangetrieben, ebenso wie die Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen. „Es ist nicht sinnvoll, wenn jede kleine Hochschule jede Verwaltungsaufgabe selbst erledigt“, sagte Bernhard Schwarz.
Dabei ist Esslingen auf dem besten Weg, eine große Hochschule zu werden. Die Stadt ist nach wie vor in Studentenkreisen sehr beliebt: In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Bewerber von rund 2000 auf 11 000 Bewerber erhöht.
Die doppelten Abiturjahrgänge haben sich noch nicht ausgewirkt
Esslingen nimmt nur jeden zehnten Bewerber, denn die Hochschule ist mit ihren rund 6000 Studenten fachlich und räumlich ziemlich ausgelastet. Um zumindest räumlich ein besseres Angebot zu haben, geht die Hochschule jetzt daran, hinter dem Merkel’schen Bad ein weiteres Forschungsgebäude zu errichten. Überrascht war man im Rektorat, dass sich die doppelten Abiturjahrgänge noch nicht in der Hochschule ausgewirkt haben. Bernhard Schwarz vermutet seine künftigen Zöglinge noch in Australien oder beim Freiwilligen Sozialen Jahr und glaubt, dass sie in den nächsten beiden Jahren auf die Hochschule zukommen werden.
Weiter steigt auch die Summe an sogenannten Drittmitteln, also Geld, das von der Wirtschaft oder von Forschungsgesellschaften an die Hochschule fließt. Gelang es im Jahr 2006 eine halbe Million Euro an Forschungsgelder zu erwirtschaften, verfügt die Hochschule in diesem Jahr über mehr als 1,8 Millionen Euro.
Zwei neue Studiengänge
Gerade hat die Hochschule eine Stiftungsprofessur eingeworben, die zweite seit 130 Jahren, wie Schwarz recherchiert hat. Norbert Schreier ist für die Fahrzeugtechnik zuständig, eine mögliche weitere Stiftungsprofessur würde dann an die Fakultät für Mechatronik und Elektronik gehen.
Außer den 69 Maßnahmen, die im Strukturentwicklungsplan verankert sind, hat die Hochschule noch andere Aufgaben bewältigt: Sie bietet jetzt in Zusammenarbeit mit den Universitäten Ulm und Tübingen eine Lehrerfortbildung an, verfügt über mehrere Stipendien und hat die Studiengänge zum Netzingenieur und zum Sozialwirt umgesetzt.
Große Anstrengungen unternimmt die Hochschule, den Frauenanteil in den technischen Berufen zu erhöhen. In beiden Studienrichtungen, Technik und Soziales, liegt der Frauenanteil bei 29 Prozent. Der Anteil an Frauen unter den Professoren ist im letzten Hochschuljahr von 17 Prozent auf 16,5 Prozent zurückgegangen.