Esslingen Tote in der Altstadt – Mörderische Schwester lässt die Spannung steigen
Einen lokal verankerten Kriminalroman hat die Autorin Birgit Körner vorgelegt. Die Esslingerin engagiert sich im landesweiten Netzwerk „Mörderische Schwestern“.
Einen lokal verankerten Kriminalroman hat die Autorin Birgit Körner vorgelegt. Die Esslingerin engagiert sich im landesweiten Netzwerk „Mörderische Schwestern“.
Ein stabiles Netzwerk verbindet Krimi-Autorinnen über den Kreis Esslingen hinaus ins ganze Land. „Mörderische Schwestern“ nennt sich die Vereinigung. Die Esslinger Autorin Birgit Körner knüpft eifrig mit an diesen Kontakten und organisiert beispielsweise die Ladies Crime Nights der Schwestern. Nun hat die Autorin ihren ersten eigenen Roman „Mord nach Schnittmuster“ vorgelegt – und es ist ein Näh-Krimi geworden.
Warum ist Netzwerken wichtig und was zeichnet die Mörderischen Schwestern aus? „Ich bekomme dort viel Zuspruch und Unterstützung“, beantwortet Birgit Körner die Frage. Sie schätze vor allem den Austausch bei den Stammtischen und die Schulungen, zu denen sich die Krimiautorinnen mit Fachleuten treffen. „Wir hatten schon einen Tatortreiniger da und eine Bestatterin“ und im Gespräch mit diesen Berufsgruppen lerne sie viele Details kennen, die beim Krimischreiben hilfreich sein könnten.
Gut gefalle ihr auch der Kontakt zu Leserinnen und Lesern wie bei den Ladies Crime Nights, wie zuletzt am 5. März in Nürtingen, wo immer mehrere Autorinnen aus ihren neuesten Büchern lesen, aber auch die Gespräche an Bücherständen wie unlängst bei der Stuttgarter Buchmesse. Besonders freut sich Körner auf einen Termin Ende März in Leipzig. Da wird die Esslingerin während der Buchmesse im Begleitprogramm „Leipzig liest“ ihren Nähkrimi vorstellen und die Organisatoren haben dafür ein Leipziger Wollgeschäft ausgesucht.
„Ich habe für heute lauter selbst genähte Kleidungsstücke ausgewählt“, sagt Körner lächelnd beim Treffen in der Esslinger Altstadt und fährt mit den Händen über ihre hellgrüne Wolljacke unter der ein Shirt mit fröhlichem Muster und der lange Loopschal klare Beweise ihrer Könnerschaft abgeben. Auf der Suche nach guten Stoffen reise sie manchmal sogar bis nach Albstadt und wenn sie eine Stadt besucht, mache sie sich immer auch auf die Suche nach dem örtlichen Stoffgeschäft. Schöne Stoffe könne frau nie genug haben, zumal in Esslingen seit der Schließung von Karstadt kaum noch Nachschub zu finden sei.
Mit Handarbeiten kennt sich Körner, die im Brotberuf als Sozialpädagogin in Stuttgart mit Menschen mit Behinderungen arbeitet, unübersehbar aus – vor allem mit dem Nähen. „Da fühle ich mich sicher“, erklärt die 54-Jährige, die am Nähen die meditativen Momente und die handwerkliche Arbeit schätzt. Diese Sicherheit habe auch dazu geführt, dass ihr Buch ein Näh-Krimi wurde, was zunächst nicht geplant gewesen sei. Körner hat das Buch ihrer Mutter gewidmet „die mir das Nähen beigebracht und mein Schreiben stets unterstützt hat“.
Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Nähen nun durch den Band. Jedes Kapitel beginnt mit einem kurzen Näh-Tipp, wo man lernen kann, welche Nähnadeln sich für welche Stoffart eignen, wie das Einfädeln am besten gelingt und warum es sinnvoll ist, bestimmte Stoffe vor dem Zuschneiden und Nähen zu waschen.
Und Kapitel für Kapitel steigt auch die Spannung in dem auf Esslingen zugeschnittenen Lokal-Krimi, in dem sich alles um die Nähexpertin Hanna dreht, die tot im Keller ihres Stoffladens aufgefunden wird. Ein Fall, in dem der Esslinger Kommissar Martin Leitner und sein Team tief in die Welt der Schnittmuster und der neuen Medien eintauchen und vor der Aufgabe stehen, im Gewirr der Spuren, Gerüchte und Rivalitäten den roten Faden zu entdecken.
Vom Postmichelbrunnen und der Sage des unglücklichen Botenreiters, der zu Unrecht enthauptet wurde, über das Polizeirevier nahe der Agnesbrücke, den Hafenmarkt und den Süßwarenverkauf in der Pliensaustraße, wo der Kommissar regelmäßig seine Gelüste nach Schoko-Gelee-Bananen stillt, können die Esslingerinnen und Esslinger zahlreiche lokale Bezüge entdecken und genießen.
Weil die erste Lesung am Freitag, 6. März in der Esslinger Buchhandlung Provinzbuch bereits ausverkauft ist, wird am Freitag, 13. März, um 19.30 Uhr ein Zusatztermin (Eintritt zehn Euro, Anmeldung erforderlich) angeboten.
„Mord nach Schnittmuster“ von Birgit Körner, 288 Seiten, Emons-Verlag, Preis 15,50 Euro.