Esslingen Weiter Weg zum Esslinger Schulkonzept

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Wie wird die Lernlandschaft in Zukunft aussehen? Der Gemeinderat sucht eine Antwort.

Die Adalbert-Stifter-Werkrealschule läuft aus, unklar ist, ob eine Realschule oder eine Gemeinschaftsschule dort errichtet wird. Foto: Horst Rudel
Die Adalbert-Stifter-Werkrealschule läuft aus, unklar ist, ob eine Realschule oder eine Gemeinschaftsschule dort errichtet wird. Foto: Horst Rudel

Esslingen - Nicht recht vorwärts kommt der Gemeinderat bei der Esslinger Schulentwicklung. Auch bei der Sitzung des Verwaltungsausschusses am Montag zeigte sich, dass die Positionen der Gemeinderatsfraktionen von denen der Verwaltung meilenweit entfernt sind. Lediglich auf drei von acht Punkten konnten sich die Fraktionen verständigen.

Die Fördermittel werden schon mal beantragt

So wurde beschlossen, ein Konzept zu entwerfen, das das Georgii-Gymnasium in eine Ganztagesschule umwandelt. Das Konzept soll bis Ende dieses Jahres stehen. Weiter beschloss der Rat, das Pilotprojekt „Digitalisierung“ am Schelztor-Gymnasium im kommenden Schuljahr zu starten, und die Verwaltung wurde beauftragt, sämtliche Fördermittel für den Schulbau und die Ganztagesschule zu beantragen.

Doch ist nicht klar, was in Esslingen gebaut werden wird und was nicht. Genau das aber waren jene Punkte der Vorlage, über die es keine Einigkeit gibt. Der wohl wichtigste Punkt ist die Zukunft der Adalbert-Stifter-Werkrealschule, die bald geschlossen wird, weil keine Werkrealschüler mehr nachkommen. Als Ersatz will die Verwaltung am Standort in der Pliensauvorstadt eine dreizügige Realschule gründen, es gibt aber immer noch die Überlegung, am Standort eine Gemeinschaftsschule zu eröffnen. Eine weitere Realschule soll am Standort Lerchenäckerschule eingeführt werden, die zwei bis drei Züge erhalten soll.

Außerdem soll die Gemeinschaftschule in der Innenstadt eine gymnasiale Oberstufe erhalten. Es gibt inzwischen auch eine Bürgerinitiative in Esslingen, die genau dieses fordert. Skeptisch hingegen stehen einer neuen gymnasialen Oberstufe die beruflichen Gymnasien in Esslingen gegenüber, die befürchten, dass ihnen dadurch die Schüler ausgehen.

Gleich zwei neue Realschulen

Letztlich würde Esslingen dann zwei neue Realschulen erhalten, die in Oberesslingen und die in der Pliensauvorstadt. Begründet wurde das damit, dass die Schülerzahlen in Esslingen in den nächsten Jahren wieder steigen. Zum einen durch eine höhere Geburtenrate, zum anderen durch den zu erwartenden Familiennachzug der Flüchtlinge. Ebenfalls würden die neuen Baugebiete, die Esslingen laut dem Flächennutzungsplan zu erwarten hat, zahlreiche weitere Kinder in die städtischen Schulen bringen.

Die Bürger sind zwiegespalten, die Gemeinderäte auch. Besonders die Neugründung von zwei Realschulen macht den Gemeinderäten Kopfzerbrechen. Annette Silberhorn-Hemminger von den Freien Wählern sprach denn auch von einem radikalen Wandel der Schullandschaft, über den nun entschieden werden müsse.

Doch muss irgendwann die Entscheidung fallen, wenn auch die Diskussion nicht im Verwaltungssauschuss, sondern im Kulturausschuss laufen wird. Hier sind es noch zwei Sitzungen bis zur Sommerpause, in denen die Gemeinderatsfraktionen ihre Positionen finden können. Zwar warb der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger in der Sitzung am Montag dafür, die Entscheidung in dieser Zeit auch zu fällen, doch muss gegebenenfalls im September noch einmal diskutiert werden. Es ist also noch ein weiter Weg bis zum neuen Esslinger Schulkonzept.