Esslingen will Schattenweg ausbauen Hitzesommer – Esslingen plant einen weiteren Trinkbrunnen

Wenn Hund oder Herrchen tierisch Durst haben, hilft der Brunnen in der Maille. Foto: Bulgrin

Im Sommer heizen sich vor allem die Innenstädte extrem auf. Esslingen wappnet sich mit einem Schattenweg gegen die Hitze. Auf dessen Route ist nun ein weiterer Trinkbrunnen geplant. Wir verraten den Standort.

Reporter: Petra Pauli (pep)

Sonne ohne Ende und kaum Regen – wir sind mittendrin im nächsten Hitzesommer. Vor allem die Städte heizen sich derzeit extrem auf. Dagegen will sich Esslingen mit einem Schattenweg wappnen, für den sich Oberbürgermeister Matthias Klopfer bereits im Wahlkampf stark gemacht hatte. Die Grundidee ist, dass man die Innenstadt auf einer fußläufigen Wegstrecke auch bei Hitze möglichst komfortabel durchqueren kann. Auf einer West-Ost-Achse sollen Grünanlagen, Baumreihen, vorhandene Gewässer, Brunnenanlagen, Sitz- und Spielmöglichkeiten sowie Trinkwasserspender als „Coolspots“ zu einer kühlen Route durch die City verbunden werden.

 

Als erste neue Anlaufstelle wurde im vergangenen Jahr ein Brunnen im Schatten des Schelztorturms errichtet. Die unscheinbare Stele, die auf Knopfdruck kostenlos Trinkwasser speit, ist seitdem sehr beliebt. Der Brunnen ist per Funk mit der Stadtwerkezentrale verbunden und meldet sich dort automatisch, falls eine Störung vorliegt oder eine Reparatur notwendig ist. Auch im Maille-Park gibt es seit Längerem einen Trinkbrunnen. „Zudem bereiten wir gerade gemeinsam mit den Stadtwerken Esslingen neue Standorte für weitere Trinkwasserbrunnen vor, so zum Beispiel am Marktplatz“, kündigt Katja Walther, die Leiterin der Stabsstelle Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Esslinger Rathaus, an. Derzeit würden sich die beteiligten Stellen noch in Abstimmung befinden. Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Seinerzeit hat es eineinhalb Jahre gedauert, bis der Brunnen am Schelztorturm in Betrieb ging.

Voraussichtlich noch im Juli könnte die Erfrischungsstation am Marktplatz eröffnet werden – sofern bis dahin alle Zusagen und Genehmigungen vorliegen. Sollte es damit hinhauen, könnten die Esslinger sich noch viele Wochen erfrischen. Denn für die Esslinger Brunnen gilt die Faustregel von O bis O: Abgeschaltet werden sie in der Regel in der Zeit zwischen Oktober und Ostern. „Grundsätzlich arbeiten wir kontinuierlich daran, Esslingen bestmöglich an die bereits unabwendbaren Folgen des Klimawandels anzupassen“, sagt Katja Walther.

Dazu zählen „blaue“ und „grüne“ Infrastruktur, also beispielsweise Wasserspiele, Trinkwasserbrunnen sowie schattige Plätze und Wege. „Diese verschiedenen Standorte mit einer solcher Infrastruktur sollen am Ende ein möglichst dichtes Netz mit klimaangepassten Orten und Wegen ergeben“, erklärt die Leiterin der Klimastabsstelle. So wurden etwa kürzlich sieben neue Baumbeete am Marktplatz fertiggestellt, die den Passanten schattige Sitzgelegenheiten bieten. Bereits im Februar wurden die Baumbeete in der Ritterstraße mit Bänken ausgestattet. Auch am Kronenhof stellt die Stadt mobile, grüne Elemente auf. „Kleinere Pflanzkübel und größere Elemente mit dazugehörigen Bänken sorgen auf dem Platz künftig für Schatten und Abkühlung“, so Walther.

Grüne und blaue Infrastruktur für mehr Klimafreundlichkeit

Wenn Schattenspender in der Hitze leiden

Bei der derzeitigen Trockenheit leidet aber die grüne Infrastruktur, die in der Stadt für besseres Klima sorgen soll. Ohne Gießen geht es kaum. „Die Kolleginnen und Kollegen des Grünflächenamts sorgen auf hunderttausenden Quadratmetern für einen guten Zustand der Pflanzen und vor allem der Schatten spendenden Bäume“, lobt Katja Walther.

Mehr Bänke zum Ausruhen

Bei großer Hitze raten Experten, es etwas langsamer anzugehen. In der Stadt würden deshalb fortwährend weitere Bänke aufgestellt, etwa im Rahmen der Aktion „Stifte einen Lieblingsplatz“, heißt es aus dem Rathaus. Gerade an heißen Tagen würden sie dazu einladen, eine Pause einzulegen.

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