Esslingen Zwischen „Klasse“ und „supergeil“

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In Esslingen-Zell ist die neue Sporthalle eingeweiht worden. Sie wird von den beruflichen Schulen des Landkreises und für den Vereinssport genutzt.

Die neue Sporthalle in Zell hat 5,5 Millionen Euro gekostet. Foto: Pressefoto Horst Rudel/Horst Rudel
Die neue Sporthalle in Zell hat 5,5 Millionen Euro gekostet. Foto: Pressefoto Horst Rudel/Horst Rudel

Esslingen - Knapp zwei Jahre lang haben die Schülerinnen und Schüler der drei Schulen des beruflichen Schulzentrums des Landkreises Esslingen ihren Bewegungsdrang zügeln müssen. Jetzt steht ihnen im Esslinger Teilort Zell wieder eine Turnhalle für den Sportunterricht zur Verfügung. Am Dienstag ist die neue, 5,5 Millionen Euro teure Halle, die auch dem Vereinssport für die abendlichen Übungseinheiten zur Verfügung stehen wird, eingeweiht worden.

„Diese Halle ist große Klasse“, hat der Esslinger Landrat Heinz Eininger anlässlich der kleinen Einweihungsfeier festgestellt. In den Augen der Schülerinnen und Schüler, die schon seit vier Wochen dort Unterricht haben, fällt das Urteil über die moderne Dreifelder-Turnhalle noch knapper aus: „Supergeil“, so gibt der Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Schule, Thomas Fischle, das Fazit der jugendlichen Nutzer wieder. Neben der Käthe-Kollwitz-Schule kommen auch die John-F.-Kennedy-Schule und die Friedrich-Ebert-Schule in den Genuss der Sportstätte, die an der Stelle des in die Jahre gekommenen Vorgängerbaus errichtet worden ist.

Landesweit erste Sporthalle, in der Flüchtlinge untergebracht waren

Die vor zwei Jahren abgerissene alte Sporthalle war im September des Jahres 2014, im Zuge der steigenden Flüchtlingszuweisungen, als provisorische Unterkunft genutzt worden – der Not gehorchend als die landesweit erste Sporthalle in Baden-Württemberg. „Uns sind damals pro Woche 400 Flüchtlinge vor die Türe gestellt worden“, erinnert sich der Landrat. Kurz darauf sollten auch Flüchtlinge in die beiden anderen kreiseigenen Sporthallen in Nürtingen und Kirchheim/Teck einziehen.

Den Worten Einingers zufolge hätte die Halle auch ohne die zweckfremde Benutzung saniert werden müssen. „Wir hatten die Handwerker schon bestellt“, so der Kreischef. Die für die Flüchtlingsunterbringung notwendigen Umbauten – unter anderem waren dort ein Holzboden, eine Küche, neue Sanitäranlagen und eine Brandschutzeinrichtung nachträglich eingebaut worden – hatten der Halle dann den Rest gegeben. Nachdem auf dem Höhepunkt der Flüchtlingszuweisungen 134 Personen dort untergebracht waren, ist die Unterkunft nach dem Abebben des Flüchtlingsstroms im Jahr 2016 wieder freigemacht worden.

Auf der Grundlage einer von der Landkreisverwaltung in Auftrag gegebenen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hatte der Esslinger Kreistag damals dem Neubau den Vorzug vor einer möglichen Sanierung gegeben. Ein günstiger Kredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und ein 600 000-Euro-Zuschuss aus dem Fördertopf für Sportstättenbau des Landes hatten der Ratsrunde als „demokratischem Bauherrn“ (Eininger) die Entscheidung erleichtert.