Jedes Jahr vor Weihnachten schart der Künstler Buddy Bosch namhafte Kollegen um sich, um Gutes zu tun. Das Adventssingen bereitete dem Publikum trotz Regens viel Freude.

Wir leben ohnehin in turbulenten Zeiten, und wer sich in diesen Tagen auch noch von der vorweihnachtlichen Hektik anstecken lässt, gerät allzu leicht aus der Puste. Da tut es gut, ein wenig innezuhalten, wohliger Musik und heiteren Texten zu lauschen, gemeinsam mit anderen zu singen, sich mit kleinen Leckereien verwöhnen zu lassen und damit eine gute Sache zu unterstützen. Gelegenheit bot das Adventssingen im Hof der Alten Kelter in Wäldenbronn. Tatjana Geßler, Marion Jeiter, Markus Zipperle mit seinen schwäbischen Kultfiguren Äffle und Pferdle sowie Buddy Bosch und seine Band Ela und die Herzensbrecher bescherten dem zahlreichen Publikum einen stimmungsvollen Abend. Und die Adventssänger ließen sich vom Regen die Freude nicht verderben.

 

Der Musiker und Sänger Buddy Bosch ist bekannt dafür, dass er ein großes Herz für andere hat – und ganz besonders für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens zuhause sind. Wenn er helfen kann, dann krempelt er die Ärmel hoch und tut sein Bestes. Zum vierten Mal hat er nun zusammen mit der Redaktion der Eßlinger Zeitung ein Adventssingen zugunsten der EZ-Weihnachtsspendenaktion organisiert, um Spenden für soziale Zwecke und für Menschen in Not zu sammeln.

Altvertrauten Lieder beim Adventssingen in Esslingen

Das Publikum ließ sich auch vom Regen die Freude am Adventssingen nicht vermiesen. Foto: Roberto Bulgrin

In Künstlerkreisen hat sich das rasch herumgesprochen, und die Bereitschaft war auch diesmal groß, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen. Mit seiner Band Ela und die Herzensbrecher sorgt Buddy Bosch beim Adventssingen stets für den guten Ton. Gewöhnlich schlagen die Herzen von Sängerin Ela Kirchner, Keyboarder Manne Stauß, Bassist Hardy Fritsch und Frontmann Buddy Bosch für die Schlagerhits der 50er- und 60er-Jahre. Doch beim Adventssingen bringen sie weihnachtliche Melodien zum Klingen. Ob „Kling, Glöckchen“, „Ihr Kinderlein kommet“ oder „Leise rieselt der Schnee“ – das Publikum genoss es sichtlich, die altvertrauten Lieder wieder einmal mitzusingen oder wenigstens zu summen. Und weil’s so schön war, hatten Ela und die Herzensbrecher für diesen Abend zwei Weihnachts-Welthits fröhlich und mit deutschen Texten neu eingespielt: „Winterwonderland“ und „Rudolph the rednosed Reindeer“. Und viele im Publikum hatten die heiteren Melodien und die humorvollen Texte noch im Ohr, als sie nach zwei Stunden den Heimweg antraten – ein bisschen nass geworden, aber mit gewärmten Herzen und Seelen.

Dafür hatte mit Tatjana Geßler auch eine Künstlerin gesorgt, die als Fernsehmoderatorin, Sängerin und Autorin gleichermaßen geschätzt wird. Sie hatte zwei ihrer Tiergeschichten mitgebracht, die auch in Buchform viele Freunde gefunden haben. Und ganz egal, ob sie eine Hasenzählung im Stuttgarter Rosensteinpark begleitet oder das Liebesleben der Bonobos in der Stuttgarter Wilhelma studiert – Tatjana Geßler brachte ein wohltuendes Augenzwinkern in die vorweihnachtliche Besinnlichkeit. Das hat nicht nur ihren zahlreichen Fans gefallen, sondern auch der Künstlerin selbst, die hinterher ihre Kollegen wissen ließ: „So viele nette Menschen und so eine schöne Atmosphäre – ich habe den Abend mit Euch sehr genossen.“

Weihnachtliches von Astrid Lindgren

Glühwein, Punsch und leckeres Gebäck waren heißt begehrt. Foto: Roberto Bulgrin

So ging es auch Marion Jeiter, die seit den Anfängen ihren festen Platz im Programm des Adventssingens hat. Die Esslinger Schauspielerin und Autorin hat einen reichen Fundus an Weihnachtsgeschichten, aus dem sie jedes Jahr ein neues literarisches Kabinettstückchen mitbringt. Diesmal war es eine Geschichte der von Marion Jeiter hoch geschätzten Astrid Lindgren. Sie las aus Lindgrens Text „Madita und Lisbet bekommen ein Seligkeitsding“ – einer herzerwärmende Geschichte zweier Mädchen, die ausgerechnet zu Heiligabend ein Brüderchen bekommen sollen, zauberte vielen Zuhörern ein Lächeln ins Gesicht.

Schallend lachen durfte das Publikum bei Markus Zipperle, der einmal mehr mit seinen Kultfiguren Äffle und Pferdle die EZ-Weihnachtsspendenaktion unterstützte. Und ganz egal, ob der schwäbische Comedian verriet, wie man sich mit Sauerkraut behelfen kann, wenn man das Lametta vergessen hat, ob er ein neues Weihnachtslieder-Medley vorstellte, mit dem man auf witzige Weise ein Dutzend Weihnachtslieder auf einmal abfeiern kann, um schneller an die Geschenke zu kommen, oder ob er den Klassiker „Es schneielet“ zum Besten gab – das Publikum harrte unverdrossen im Regen aus und ließ sich die Freude am gemeinsamen Adventssingen nicht vermiesen.

So war’s am Ende trotz des unfreundlichen Wetters ein stimmungsvoller Abend, der Lust auf mehr machte. Das war auch Robert und Niels Keller mit ihren Feuerwehroldtimerfreunden Esslingen, Fred Coschurba und dem Förderverein Nord, Petra und Thorsten Helmcke von der Initiative Turmwächter zu danken, die den Abend gemeinsam mit unserer Zeitung organisiert hatten.