Esslinger Baubürgermeister geht Mitte 2021 Baudezernent Wilfried Wallbrecht nimmt seinen Hut

Wilfried Wallbrecht Foto: Bulgrin

Im Esslinger Rathaus endet im Juni 2021 eine Ära: Nach mehr als 22 Jahren im Amt möchte Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht in den Ruhestand gehen. Eigentlich würde seine Amtszeit erst 2023 enden – Wallbrecht wäre dann 73 Jahre alt. Während er selbst zufrieden zurückblickt, hatte er zuletzt immer wieder auch Kritik einstecken müssen.

Reporter: Alexander Maier (adi)

Esslingen - Als er sich im April 2018 für eine weitere Amtszeit als Esslinger Baubürgermeister wiederwählen ließ, hat der damals 67-jährige Wilfried Wallbrecht versichert: „Ich habe mich nie gefragt, wann darf ich aufhören, sondern wann muss ich aufhören?“ Die Antwort hat er sich nun selbst gegeben: Für viele überraschend hat Wallbrecht am Freitagmorgen OB Jürgen Zieger gebeten, ihn zum 30. Juni 2021 in den Ruhestand zu versetzen. Während er selbst zufrieden auf vieles Erreichte zurückblickt, hatte es zuletzt immer wieder auch Kritik an der Arbeit des Technischen Bei geordneten und seines Dezernats gegeben.

 

Wallbrechts Amtszeit hätte eigentlich 2023 geendet. Und er hatte anlässlich seiner Wiederwahl 2018 versichert: „Ich fühle mich gesund und motiviert, um die begonnenen Großprojekte sowie die anstehenden Aufgaben in der Stadt weitere Jahre mitzugestalten.“ Ob er die 73 Lebensjahre im Amt voll machen würde, hatte der Dezernent allerdings schon damals offen gelassen. Obwohl er zuletzt nicht nur mit Blick auf die Pannen bei der Sanierung der Pliensaubrücke auch deutliche Kritik einstecken musste, zeigt sich Wilfried Wallbrecht mit sich und seiner Arbeit im Reinen: „Ich bin sehr dankbar, dass ich an einer Phase lebhafter Entwicklungen und Veränderungen in unserer ebenso traditionsreichen wie weltoffenen Stadt mit ihrer ausgeprägten Lebensqualität mitwirken durfte. Die nächsten Jahre in der Transformation von Wirtschaft und Handel, der Weiterentwicklung der Zivilgesellschaft wie den Herausforderungen einer Nachhaltigkeit in Ökonomie und Ökologie werden sehr herausfordernd, und da ist ein Wechsel jetzt mit dem notwendigen Vorlauf angebracht.“ Stolz ist Wallbrecht erklärtermaßen auf sein Team im Technischen Dezernat, und verspricht: „Es war und wird auch im ersten Halbjahr 2021 eine erfüllte und dynamische Zeit mit vielen zukunftsweisenden Projekten bleiben, auf die ich ab Mitte 2021 immer gerne zurückblicken werde.“

OB Jürgen Zieger bedauert erklärtermaßen Wallbrechts Entscheidung: „Seit unserem gemeinsamen Start in Esslingen am 1. März 1998 bis heute arbeiteten und arbeiten wir in vielen zentralen Schwerpunktthemen der Esslinger Kommunalpolitik sehr vertrauensvoll, konstruktiv, kollegial und lösungsorientiert gemeinsam mit den Dezernentenkollegen und den Gemeinderatsfraktionen für die Zukunftssicherung unserer Stadt zusammen. Zu den gemeinsamen Erfolgen haben die umfassende fachliche Expertise, die Kollegialität und soziale Kompetenz von Baubürgermeister und Erstem Bürgermeister Wilfried Wallbrecht erheblich beigetragen.“ Dafür gebühre dem Dezernenten, der seit 2003 als Erster Bürgermeister Stellvertreter des Oberbürgermeisters in der Leitung der Stadtverwaltung war, „große Wertschätzung, Dank und Anerkennung der gesamten Bürgerschaft“.

Nun muss die Stadt die Stelle des Baudezernenten im kommenden Jahr neu ausschreiben. Das Vorschlagsrecht dürften die Freien Wähler für sich reklamieren, für die Wallbrecht auch im Kreistag sitzt.

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