Esslinger Bürger für Berber Die Weihnachtsfeier für Bedürftige erlebt ihr Comeback
Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, dürfen ein paar unbeschwerte Stunden erleben. Die Weihnachtsfeier für Bedürftige macht’s möglich.
Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, dürfen ein paar unbeschwerte Stunden erleben. Die Weihnachtsfeier für Bedürftige macht’s möglich.
Weihnachten ist das Fest der Liebe. Man tut sich und anderen Gutes, man lässt sich verwöhnen, man schenkt und genießt und teilt die festliche Freude im besten Fall mit anderen. So wird das Weihnachtsfest für viele Menschen zur schönsten Zeit des Jahres. Doch es gibt noch immer viel zu viele, die im Abseits stehen, denen es am Nötigsten fehlt und die niemanden haben, der Weihnachten mit ihnen verbringen mag.
Für sie organisieren Elke Walkenhorst-Mayer und ihre Mitstreiter in Esslingen die Weihnachtsfeier für obdachlose und bedürftige Menschen. Viele freuen sich schon Wochen vorher auf diesen ganz besonderen Tag, doch im vergangenen Jahr musste die Feier ausfallen. Nun erlebt sie ihr Comeback: Am Donnerstag, 18. Dezember, dürfen Bedürftige im Esslinger Gemeindehaus am Blarerplatz feiern – und das bereits zum 34. Mal.
Elke Walkenhorst-Mayer ist bekannt dafür, dass sie ein ganz großes Herz hat: Unzähligen Menschen in schwierigen Lebenssituationen hat sie schon geholfen. Mit dem Verein Bürger für Berber kümmert sie sich ebenso engagiert wie empathisch um Menschen am Rande der Gesellschaft.
Und auch nach ihrem Abschied aus der vordersten Reihe und der Fusion ihres Vereins mit dem Stuttgarter Straßenzeitungsverein Trott-war ist die 79-Jährige die treibende Kraft hinter der Weihnachtsfeier. Unermüdlich sammelt sie Spenden, sie plant und organisiert, sie mobilisiert fleißige Helferinnen und Helfer, sie packt vor, während und nach der Feier an, wo sie gebraucht wird, und vor allem hat sie für jeden, der an diesem Tag ein paar unbeschwerte Stunden in netter Gesellschaft genießen will, ein freundliches Wort. Das spüren die Menschen.
Das Leben kann manchmal ungerecht sein. Vielen geht es gut, doch manche Menschen stehen auch im Abseits – oft wissen sie noch nicht einmal, warum das so ist. Elke Walkenhorst-Mayer hat in solchen Fällen schon häufiger Schicksal gespielt und vielen Menschen wieder in die Spur geholfen. Mit der Weihnachtsfeier für obdachlose und bedürftige Menschen wollen die Bürger für Berber dafür sorgen, dass auch Benachteiligte ein frohes Fest genießen dürfen.
200 Gäste wird das ehrenamtliche Team am kommenden Donnerstag im Neuen Blarer begrüßen. Wer mitfeiern möchte, muss allerdings zuvor seine Bedürftigkeit nachweisen, etwa durch einen Sozialhilfe-Bescheid. Dann gibt es eine der begehrten personalisierten Zugangskarten. So soll gewährleistet werden, dass die Wohltaten auch wirklich bei den richtigen Adressaten ankommen.
Die Feier beginnt schon am frühen Nachmittag. Wenn die ersten Gäste eintreffen, warten bereits Kaffee und Kuchen auf sie. Der frühere OB Jürgen Zieger sprach ob der Fülle der gespendeten Leckereien schon mal von „Esslingens längstem Kuchen-Büffet“. Fürs festliche Flair spendiert Elke Walkenhorst-Mayer aus eigener Tasche einen Weihnachtsbaum. Und natürlich gibt es auch eine Bescherung: Jeder Gast erhält eine Weihnachtstüte mit allerlei Leckereien, damit an Heiligabend etwas Gutes auf den Tisch kommt. Möglich ist das dank großzügiger Spender und Unterstützer.
Für Kinder und für Erwachsene, die ihrem Nachwuchs etwas schenken wollen, dafür jedoch nicht das nötige Geld haben, gibt es einen Tisch mit Spielsachen, die mit Unterstützung von Kindern der Grundschule Lichtenwald gesammelt wurden. Für den guten Ton sorgen Musiker, und abends dürfen alle ein feines Essen genießen. Diejenigen, die zum Gelingen der Weihnachtsfeier für obdachlose und bedürftige Menschen beitragen, sind natürlich ehrenamtlich dabei. Und doch fühlen auch sie sich reich beschenkt. „Wenn man in die strahlenden Augen unserer Gäste blickt, ihre Dankbarkeit spürt und sieht, wie gut diese Feier den Menschen tun, ist das für uns alle das schönste Geschenk“, sagt Elke Walkenhorst-Mayer.