Esslingen - Das Esslinger Citymanagement wird fortgeführt: Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat sein Plazet gegeben, dass die Stadt das Instrument unter dem Dach der Esslinger Stadtmarketing und Tourismus GmbH (EST) für weitere fünf Jahre bis 2027 fördert. Pro Jahr soll die EST 130 000 Euro erhalten, um Strategien und Projekte für die Innenstadt zu entwickeln.
Eigentlich war die Finanzierung bereits bis 2022 gesichert. Dass nun die Weichen für die Zukunft frühzeitig gestellt wurden, hat einen guten Grund: Gerade in Zeiten von Strukturwandel und Corona möchte die Kommune deutlich machen, dass das Projekt auf lange Sicht angelegt ist. Im Rathaus geht man davon aus, dass die Transformationsprozesse im innerstädtischen Einzelhandel verstärkt in den Fokus rücken werden.
Getragen von Stadt und City
Das Citymanagement wurde 2007 innerhalb der EST aufgebaut. Finanziell getragen wird es von der Stadt und der City Initiative. Es kümmert sich um die Förderung der Gewerbetreibenden in der Esslinger Innenstadt und wird gemeinsam von Stadt und City Initiative getragen, in der rund 160 Unternehmen gebündelt sind. Zu den Aufgaben des Citymanagements, das seit 2020 von Thomas Müller geleitet wird, gehören vor allem die Stärkung und die Belebung der Esslinger Innenstadt.
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Das Citymanagement hat unter anderem Veranstaltungen wie den „Esslinger Frühling“, den „Esslinger Herbst“ und „Esslingen funkelt“ entwickelt, ebenso den Geschenkgutschein Esslinger City Card. Zudem wurde das Digital-Projekt „Online Handel(n) Esslingen“ auf die Beine gestellt. Darüber hinaus entwickelte das Stadtmarketing gemeinsam mit dem Amt für Wirtschaft die Initiative „Mach ES“, aus der auch die Innovationsmeile Küferstraße und der Business-Wettbewerb „Start-up Esslingen“ hervorgingen.
Neue Ideen für eine gute Zukunft
Aktuell setzt das Citymanagement den im März beschlossenen Unterstützungsfonds Innenstadt mit einem Etat von rund 200 000 Euro um. Unter dem Label „City Come Back“ greift ein ganzes Bündel von Marketing-Maßnahmen, neben Fördermodellen für Pop-up Stores und kreativen Zwischennutzungskonzepten in leer stehenden Läden auch ein City-Lieferservice für die Innenstadt. Darüber hinaus ist ein Strategieprozess in Vorbereitung, der den langfristigen Transformationsprozess in der zunehmend multifunktional ausgerichteten Innenstadt durch gezielte Impulse aktiv unterstützen soll.
Mit dem positiven Votum des Gemeinderates erhielten die Gewerbetreibenden in unsicheren Zeiten „frühzeitig und endgültig langfristige Planungssicherheit“, betonte Oberbürgermeister Jürgen Zieger in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Auch die Stadträte zeigten sich mit dem Projekt zufrieden. Seine Fraktion sage Ja zum Citymanagement, betonte Jörg Zoller (Freie Wähler) – wenngleich man sich wünsche, dass die strikte Trennung von Wirtschaftsförderung und City Management aufgehoben werde. Martin Auerbach (Linke) lobte die gute Arbeit des Citymanagements und Carmen Tittel, Fraktionschefin der Grünen, befand, das Geld für das Citymanagement sei gut angelegt. Christa Müller (SPD) betonte, es wäre fatal gewesen, die Stelle des Citymanagers gerade in diesen Zeiten auf den Prüfstand zu stellen. Unterdessen erklärten CDU-Fraktionschef Jörn Lingnau und die FDP-Fraktionsvorsitzende Rena Farquhar, sie stimmten der Fortführung des Citymanagements mit vollem Herzen zu. Lediglich Dilek Toy (FÜR) stimmte dagegen.