Ermittler aus Esslingen haben gemeinsam mit französischen Behörden eine mutmaßliche Cyber-Betrügerbande zerschlagen. Der Hauptverdächtige sitzt in Untersuchungshaft.

Ermittler aus Esslingen haben maßgeblich zu einem internationalen Zugriff gegen Cyberbetrüger beigetragen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, ermittelten Cyberspezialisten der Kriminalpolizeidirektion Esslingen mehrere Jahre gegen eine Gruppe, die mit Phishing-Mails Zugangsdaten von Online-Banking- und Mobilfunkkonten ausspähte. Die Täter umgingen Verifizierungsverfahren und buchten Geld von den Konten der Opfer ab, ohne dass diese es zunächst bemerkten. Anschließend transferierten die Täter die Beute auf gefälschte Kryptowährungskonten und verschleierten so die Spur.

 

Die Staatsanwaltschaft Hechingen erwirkte Haft- und Durchsuchungsbeschlüsse gegen einen 36-jährigen mutmaßlichen Haupttäter in Frankreich sowie gegen zwei 42-jährige mutmaßliche Mittäter in Rheinland-Pfalz. Bei einer gemeinsamen Durchsuchungsaktion am Dienstag, 10. März, mit der französischen Police Nationale und der Polizei Rheinland-Pfalz stellten die Ermittler umfangreiche Beweismittel sicher. Zudem beschlagnahmten sie Vermögenswerte im hohen sechsstelligen Bereich, darunter Schmuck und Kryptowährungen.

Niedrige zweistellige Zahl an Opfern in Deutschland betroffen

Der 36-Jährige kam nach seiner Festnahme vor einen Haftrichter, der den Haftbefehl vollstreckte und Untersuchungshaft anordnete. Die beiden in Rheinland-Pfalz angetroffenen Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit wurden nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Einem Polizeisprecher zufolge ist in Deutschland eine niedrige zweistellige Zahl an Opfern von dem Betrug betroffen, darunter auch einige aus dem Zuständigkeitsbereich des Reutlinger Präsidiums, das deswegen die Ermittlungen führte.