Esslinger Extremsportler Weltrekordversuch am Bodensee startet im Regen

In der Nacht ist der Kanubiker Ingo-Kai Schoffer (hier auf einem Archivbild auf dem Max-Eyth-See in Stuttgart) zu einem Weltrekordversuch auf dem Bodensee gestartet. Foto: dpa
In der Nacht ist der Kanubiker Ingo-Kai Schoffer (hier auf einem Archivbild auf dem Max-Eyth-See in Stuttgart) zu einem Weltrekordversuch auf dem Bodensee gestartet. Foto: dpa

Auf einem „Kanu-Bike“ will der Extremsportler Ingo-Kai Schoffer aus Esslingen um den Bodensee strampeln. Nach dem nächtlichen Start warten 146 anstrengenden Kilometer auf ihn.

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Konstanz/Bregenz - Die Entscheidung fiel in letzter Minute. Trotz ungünstiger Wetterbedingungen ist der Extremsportler Ingo-Kai Schoffer am frühen Samstagmorgen von Konstanz (Baden-Württemberg) aus zu seiner Bodenseeumrundung gestartet. Ausgestattet mit einer Warnweste und einem Blinklicht auf dem Kopf ließ der 43-Jährige um Mitternacht sein speziell angefertigtes „Kanu-Bike“ zu Wasser und trat kurz darauf bei leichtem Nieselregen in die Pedale.

Nach etwa einer Stunde habe der Regen jedoch nachgelassen, sagte ein Begleiter der dpa. Bis um 6.00 Uhr früh wird der ehemalige Tretbootweltmeister im österreichischen Bregenz erwartet. Innerhalb von 24 Stunden will der Sportler aus Esslingen (Baden-Württemberg) die 146 Kilometer lange Strecke über Bregenz, Meersburg und die Insel Mainau bewältigen. Der Extremsportler hofft jedoch, bereits zwischen 19.00 und 21.00 Uhr in Konstanz anzukommen.

Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von acht Kilometern pro Stunde wird der Sportler voraussichtlich doppelt so schnell wie ein normales Tretboot unterwegs sein. „Am wichtigsten ist die Psyche und das Wetter“, sagte Schoffer vor dem Start. „Leichter Regen ist kein Problem.“ Bei Gewitter müsse er jedoch vom Boot runter und den Rekordversuch später fortsetzen.

Kein Schlaf und nur Flüssignahrung

Unwetter wie in den letzten Tagen sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zwar nicht zu erwarten. Optimal sei das Wetter jedoch nicht, sagte Tim Häusler, Bootsführer des DLRG-Rettungsbootes, das den Sportler begleitet. „Wenn’s zu gefährlich werden sollte, werden wir ihm raten, die Sache abzubrechen“, erklärte Häusler.

Essen und schlafen wird Schoffer auf der Fahrt nicht. „Ich ernähre mich nur von Flüssignahrung. Außerdem habe ich noch Fettreserven“, verriet der Sportler, der zur Vorbereitung auf den ungewöhnlichen Startzeitpunkt mehrfach nachts trainiert hatte. Gegen Unterkühlung hat sich der Extremsportler vorsorglich mit warmem Fencheltee ausgestattet.

Die letzte große Herausforderung erwartet den Sportler wenige Kilometer vor dem Ziel im Konstanzer Trichter, wo er gegen starke Strömungen antreten muss. Im Extremfall könnte sie sogar den empfindlichen Propeller des „Kanu-Bikes“ zerstören, sagte Schoffer. „Notfalls nehme ich für die letzten drei Kilometer ein Tretboot.“

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