Esslinger Initiative Kampf gegen Leerstände in der Altstadt

Von  

Im Rahmen des Projekts „MachES“ gibt es einen neuen Vorstoß zur Belebung der Esslinger Altstadt. Was verbirgt sich hinter Stadt Up?

Dieses Schild gehört mittlerweile zum Esslinger Stadtbild. Foto: Christian Hass/Archiv
Dieses Schild gehört mittlerweile zum Esslinger Stadtbild. Foto: Christian Hass/Archiv

Esslingen - Der 2. April wird ein ganz wichtiger Termin für die Entwicklung der Esslinger Altstadt werden. An diesem Tag soll zum einen die als neue Innovationsmeile ausgewiesene Küferstraße durch die Eröffnung der 280 Quadratmeter großen Räumlichkeiten in den Hausnummern 46 und 48 erheblichen Rückenwind bekommen. In den beiden Häusern sollen Esslinger Tüftler und Gründer sich nicht nur zum regelmäßigen Gedankenaustausch treffen. Dort werden sie auch Räume finden, in denen sie bei vergleichsweise günstigen Mieten und in einem kreativen Umfeld über einen Zeitraum von zwei Jahren ihre Ideen in neue Produkte umsetzen sollen.

Der 2. April markiert zum anderen den Startschuss für das bundesweit bisher einmalige Projekt Stadt Up, das Michael Metzler, der Chef der Esslinger Stadtmarketing und Tourismus Gesellschaft (EST) im österreichischen Ried am Inn entdeckt hat. Stadt Up ist der Versuch der Stadt, mithilfe des freiwilligen Einsatzes zahlreicher Institutionen die Zahl der innerstädtischen Leerstände zu verringern. Dazu lobt die EST einen Wettbewerb aus und sucht bis zum 31. Juli, so die Werbung, „Macher, die eine innovative Geschäftsidee haben, ein Unternehmen gründen und einen eigenen Laden eröffnen wollen“.

Eine Jury entscheidet

Das Ziel, da macht Michael Metzler kein Hehl draus, ist es, junge Unternehmer zu finden, die ihre Zukunft direkt in der Esslinger Altstadt in einem Ladengeschäft im Erdgeschoss suchen. Sollte sich allerdings jemand mit einer pfiffigen Idee melden, die sich nur an anderer Stelle in der Stadt verwirklichen lasse, werde man auch diesen Vorschlag prüfen. Eine Jury entscheidet dann im Herbst, welches die besten Vorschläge sind und vergibt Sachpreise in Höhe von rund 120 000 Euro. Der erste Preis ist dabei mit einer Unterstützung im Wert von 40 000 Euro verbunden, für Platz fünf gibt es noch 10 000 Euro. Diese Unterstützung kommt – das ist das Besondere an dem Ansatz – von rund 25 in Esslingen bereits etablierten Firmen, die den Unternehmern, die sich in das Abenteuer Selbstständigkeit stürzen wollen, in ganz unterschiedlicher Weise Starthilfe geben wollen.

Diese reicht von der Übernahme der Kosten für die Firmenhaftpflichtversicherung über vergünstigten Strom und kostenlose Steuer- und Existenzgründerberatungen bis zu vergünstigten Werbemöglichkeiten in den örtlichen Medien. „Wir wollen den Mut der jungen Unternehmer belohnen und ihnen Rückenwind geben“, beschreibt Michael Metzler den Ansatz.

Noch viel Spielraum nach oben

Stadt Up ist Teil der gemeinsamen Gründer- und Innovationsprojekte, die der Esslinger Wirtschaftsförderer Marc Grün und Michael Metzler unter dem Motto MachES zusammen ausgearbeitet haben. Während sich Grün und sein Team vor allem um die Belebung der Küferstraße kümmern, werden sich Metzler und der neue Esslinger City-Manager Thomas Müller nicht nur um Stadt Up, sondern auch um Angebote für die Innenstadthändler kümmern, ihre digitale Wahrnehmbarkeit auszubauen.

Auch hier gibt es noch viel Spielraum nach oben. Die Stadt wolle Händlern auch beim Aufbau von eigenen Online-Shops helfen. „Das Einkaufserlebnis, das bisher noch das Hauptargument für einen Innenstadtbesuch ist, wird in den kommenden Jahren an Bedeutung verlieren“, ist sich Metzler sicher. Deshalb müsse man jetzt schon an die Zukunft denken.