Esslinger Innenstadt Zukunftsprozess geht in die nächste Runde

Irrgarten Esslinger City? Foto: Roberto Bulgrin

Nach einer ersten Online-Befragung im September können die Esslinger ab sofort auf einer neuen Internetplattform konkrete Ideen für die Innenstadt einbringen. Im Dezember starten außerdem Workshops mit Vertretern von Gewerbe, Kultur und weiteren Institutionen.

Reporterin: Simone Weiß (swe)

Esslingen - Die City von morgen soll nicht von gestern sein. Darum wollen Kommunalpolitik und Stadtverwaltung die historische Esslinger Altstadt neu aufstellen. Beim „Zukunftsprozess Innenstadt“ steht das Zentrum im Mittelpunkt und soll zukunftstauglich gemacht werden. Die Bevölkerung soll bei diesem Gestaltungsprozess nicht außen vor bleiben, sondern kann sich in verschiedenen Beteiligungsformaten einbringen. Eine Online-Befragung und ein Innenstadtforum sind bereits über die Bühne gegangen. Nun startet eine virtuelle Ideenplattform. Und im Dezember beginnt eine Reihe von Workshops.

 

Neue Menschen durch neue Homepage

Ein paar Visionen und Anregungen stehen bereits auf der neuen Homepage: Eine bessere Ausschilderung für die öffentliche Toilette an der Waisenhofschule beim Parkhaus Marktplatz an der Agnespromenade wird gewünscht, ebenso ein Trinkwasserspender in der Fußgängerzone. Mehr Sitzgelegenheiten auf dem Marktplatz werden vorgeschlagen, um die dortige Aufenthaltsqualität zu verbessern. Und ein Innenstadtplan am Bahnhof wäre für die Orientierung hilfreich, findet ein Nutzer. So richtig starte die virtuelle Ideenplattform aber erst jetzt, sagt Michael Metzler, Geschäftsführer der Esslinger Stadtmarketing und Tourismusgesellschaft (EST). Ein paar technische Verbesserungen werden noch vorgenommen an der Internetseite, aber Nutzer können sich bereits mit Visionen für die City beteiligen.

Mit dem „Zukunftsprozess Innenstadt“ möchten Metzler und sein Team möglichst viele Menschen, breit gefasste Zielgruppen und einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung erreichen. Eine bestimmte Klientel Interessierter sei immer mit an Bord – und das sei gut so. Aber man wolle auch die Vorstellungen, Visionen und Veränderungswünsche von jungen Menschen kennenlernen: „Sie sind interessiert und kreativ, aber man muss sie auf anderen Wegen erreichen und ansprechen“, sagt Metzler. Darum wurde die Webseite www.maches.info kreiert.

Visionen hochladen

Mitmachen ist einfach. Allerdings ist eine Registrierung erforderlich. Die Datenerfassung der Teilnehmenden hält Metzler für wichtig: „Es sollen ernsthafte Ideen gesammelt und kein Schindluder mit der Plattform getrieben werden.“ Auf den Online-Seiten können Nutzer ihre Visionen für die Neugestaltung der Esslinger Innenstadt eintragen und beschreiben. Ein Foto kann zur Verdeutlichung des Sachverhalts hochgeladen werden. Wer sich einloggt, darf sich auch zu vorhandenen Postings äußern. Der Nutzer kann sie kommentieren, gut heißen oder verwerfen, mit einem Daumen nach oben oder unten Zustimmung oder Ablehnung signalisieren. Die Vorschläge und die Kommentare dazu werden laut Metzler gesichtet, gesammelt, ausgewertet und fließen in den Zukunftsprozess mit ein.

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Online-Fragebogen mit guter Resonanz

Der Prozess läuft bereits seit Anfang September. Zunächst konnten Einheimische und Auswärtige etwa vier Wochen lang bis 6. Oktober an einer Online-Befragung teilnehmen und einen virtuellen Fragebogen ausfüllen. Die Resonanz bezeichnet Metzler als gut: Etwa 2000 Personen haben bei den digitalen Interviews mitgemacht. Nur etwa fünf Prozent seien Ausschuss und nicht verwertbar, weil die Fragebögen ungültig oder nicht bis zum Ende beantwortet worden seien. Die Ergebnisse werden nun von einem Fachbüro evaluiert und sollen noch vor Weihnachten als übersichtlicher Antworten-Katalog aufbereitet werden.

Foren für die Innenstadt

Das Zentrum war auch das Thema eines Innenstadtforums im Neckar Forum am 22. September. Etwa 200 Besucher waren vor Ort beim Vortrag des Wiener Zukunftsforschers Andreas Reiter, einer Podiumsdiskussion und einer Fragerunde mit dabei, rechnet Metzler vor. Weitere Zuschauer hätten die Veranstaltung im Livestream digital mitverfolgt. Unter anderem wurde im Neckar Forum eine „Wandelwand“ mit fünf Stellwänden aufgestellt, an die Besucher ihre Statements zur City pinnen konnten. Diese Chance zum Mitmachen sei stark genutzt worden. Auch die dort zusammengetragenen Anregungen werden nun gesichtet und ausgewertet. Diese Veranstaltung, so der Stadtmarketingchef, sei nur der Auftakt gewesen. Im kommenden Jahr sollen zwei weitere Innenstadtforen folgen. Von 2023 an ist eine Neuauflage im jährlichen Rhythmus angedacht.

Workshops und Zielgruppen

Die Arbeit an den Plänen für eine neue Innenstadt erfolgt von Dezember an zudem in Workshops. Ein fester Stamm aus Vertretern von Handel, Gewerbe, Dienstleistungen, Kultur und Sozialem trifft sich einmal monatlich für je vier Stunden zum Austausch. Die ersten drei Blöcke bauen Metzler zufolge aufeinander auf. Es gelte, Zielgruppen zu definieren und diesen Personenkreisen Erwartungsmuster zuzuordnen. Bei weiteren Workshops geht es um konkrete Themen wie Wohnen, Mobilität und Aufenthaltsqualität. In diesem Rahmen erstellte Zukunftsszenarien sollen dafür sorgen, dass die Innenstadt auch morgen noch zukunftsfähig ist.

Der Zukunftsprozess Innenstadt

Die Homepage
Über die neue Homepage www. maches.info können verschiedene Funktionen wie ein Veranstaltungskalender oder Informationen für Existenzgründer abgerufen werden. Wer Ideen für den Zukunftsprozess Innenstadt hochladen möchte, bedient einfach den Button „Transformation. Deine Stadt gestalten“ und drückt dann „Transformation Esslingen. Zukunft Innenstadt“ und „Ideenportal für die Innenstadt“. Danach ist eine Registrierung möglich.

Online-Infos
Auf einer Homepage unter www.esslingen.de/zukunftinnenstadt hat die Stadt unter dem Titel „Wir packen ES an“ die wichtigsten Informationen zu Ziel, Inhalten, Strategie und Vorgehen zusammengestellt. „Die Seite wird in den nächsten Monaten fortlaufend aktualisiert“, wird in einem Pressetext der Esslinger Stadtmarketing und Tourismus GmbH (EST) versprochen.

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