Esslingen - Da ist der rüstige Senior Anfang 70. Da kommt die smarte Geschäftsfrau. Und da gibt es den technik-affinen Elektro-Ingenieur. Solche Personengruppen besuchen die Esslinger Innenstadt. Welche Bedürfnisse haben sie? Wie sehen ihre Erwartungen aus? Was muss ihnen ein modernes Stadtzentrum bieten? Diese Fragen möchte eine Zukunftswerkstatt beantworten, die sich mit der Esslinger City befasst.
Michael Metzler versucht es mit einem Beispiel. „Der Köder muss nicht dem Angler schmecken, sondern natürlich dem Fisch“, gebraucht der Geschäftsführer der Esslinger Stadtmarketing und Tourismus GmbH (EST) einen eingängigen Satz. Passend zum für den Fisch schmackhaften Angelköder möchten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zukunftswerkstätten an den Erwartungen der Nutzer, der Besucher, der Kunden der Innenstadt orientieren. Insgesamt sechs Workshops werden bis Anfang April über die Bühne gehen, erklärt Michael Metzler. Jeder dieser Zukunftswerkstätten gehören bis zu 30 Experten aus Bereichen wie Handel, Dienstleistungen, Kultur, Bildung, Gewerbe oder Wirtschaft an. In mehrstündigen Onlinetreffen machen sie sich Gedanken darüber, wie der Esslinger Stadtkern gestaltet werden soll.
Zielgruppen und Szenarien
Die Grundlagen der Arbeit werden in einem bereits gestarteten Basis-Workshop gelegt. Diese Gruppe identifiziert Nutzer der Innenstadt, definiert Zielgruppen und fasst Personencluster zusammen. Es gehe darum, so Michael Metzler, bestimmte Klientelteams mit besonderen Merkmalen zu erstellen. Das könnten zum Beispiel Teenager, gut betuchte Twens oder die Gruppe 50-Plus sein. Diesen Kategorien werden Merkmale und Bedürfnisse zugeordnet. Der Teenager könnte sich beispielsweise über nicht-kommerzielle, bisher nicht umgesetzte Freizeitangebote freuen. Dem Twen würden vielleicht eher Dienstleistungsangebote mit Beratungen zu Lebensplanung, Versicherungen oder Finanzierungsmöglichkeiten zusagen. Die Klientel 50-Plus dagegen könnte gepflegte Cafés oder gute Shoppingchancen zu schätzen wissen. Dieses Untersuchungsinstrument kommt laut Michael Metzler aus der Marktforschung und soll Vorschläge für die Umgestaltung des Stadtzentrums erarbeiten. Ein zweiter Workshop beschäftigt sich dagegen mit verschiedenen Szenarien zu Themen wie Mobilität oder Digitalisierung, die auf die Esslinger Innenstadt zukommen könnten.
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Die Ergebnisse aus diesen Zukunftswerkstätten sollen in ein Zielbild für die Stadtmitte einfließen. Die Workshops bezeichnet Michael Metzler aber nur als einen von vielen Bausteinen, mit denen der Stadtkern teilweise neu errichtet werden soll. Ein weiteres Stück des Fundaments für die Umgestaltung sind die Zukunftsforen. Nach der Premiere im Neckarforum im September 2021 sollen diese Podiumsdiskussionen bis zu zwei Mal jährlich wiederholt werden. Ursprünglich hätte eine Neuauflage im März über die Bühne gehen sollen, doch Corona hat einmal mehr allen Planungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Mai sei vorerst als neues Datum anvisiert, konkretisiert Michael Metzler.
Ideenportal für alle
Weitere Beteiligungsformate sind noch in der Pipeline oder wurden bereits umgesetzt. Vor allem für jüngere Nutzer ist das Ideenportal gedacht, das jeder oder jede mit Visionen, Plänen und Vorstellungen für die Stadtmitte füttern kann. Mit einem kurzen Text und einem Foto können Zukunftsperspektiven für Esslingen eingestellt werden. Zustimmung oder Ablehnung bereits vorhandener Vorschläge ist möglich. Es seien bereits über 60 Inspirationen zusammengekommen, sagt Michael Metzler. Mitmachen dürfen alle. Denn die Innenstadt soll ja später nicht nur den Geschäftsleuten gefallen, sondern auch den Besuchern – so ähnlich wie der Köder dem Fisch schmecken muss.
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Weitere Informationen zum Projekt stehen unter https://maches.info/. Mitmachen beim Ideenportal ist unter https://maches.info/transformation/transformation-es/forum/ möglich.