Esslinger O-Busse werden 75 Strahlende Aussicht für Elektroantriebler

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Im Jahr 1944, also genau vor 75 Jahren, ist der erste Oberleitungsbus durch Esslingen gefahren. Das Jubiläum wird nun ausgiebig gefeiert – mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür am 16. März.

Jeder neue Hybridbus mit Oberleitungsanschluss kostet rund eine Million Euro. Foto: Horst Rudel
Jeder neue Hybridbus mit Oberleitungsanschluss kostet rund eine Million Euro. Foto: Horst Rudel

Esslingen - Nicht immer gibt es im öffentlichen Nahverkehr in Esslingen Grund zum Feiern. In diesem Fall sind fröhliche Gesichter aber durchaus gerechtfertig. Denn 1944, also genau vor 75 Jahren, ist der erste Oberleitungsbus durch Esslingen gefahren. Das Jubiläum wird nun ausgiebig gefeiert – mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür am 16. März auf dem Gelände des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE) in der Heilbronner Straße 70.

Leitungsnetz soll ausgebaut werden

Der Jubilar, das muss man deutlich sagen, erfreut sich trotz des hohen Alters bester Gesundheit – und sieht sogar einer noch strahlenderen Zukunft entgegen. In den kommenden fünf Jahren soll das Oberleitungsnetz in Esslingen noch einmal deutlich, um 3,8 Kilometer, ausgebaut werden. Spätestens im Jahr 2024 sollen dann mit Hilfe der neuen hypermodernen Hybridbusse, die zum Aufladen der Batterien das Oberleitungsnetz und ihre eigene Bremskraft nutzen, exakt 63 Prozent des Esslinger Busnetzes elektromobil bedient werden.

Das bedeutet nicht weniger als eine Verdreifachung gegenüber dem Ist-Zustand – und ein wesentlicher Beitrag der Stadt zur Reduzierung des Kohlendioxid- und Stickoxid-Ausstoßes in Esslingen.

„Ich bin sehr froh, dass Esslingen auch in schwierigen Zeiten den O-Bussen im wahrsten Sinne des Wortes die Stange gehalten hat“, sagt der für den öffentlichen Nahverkehr zuständige Finanzbürgermeister Ingo Rust: „Mit Hilfe der neuen Hybrid-Technik ist unsere Stadt bei der Elektrifizierung des Nahverkehrs jetzt führend in ganz Baden-Württemberg.“ Zu den vier bisher angeschafften Bussen der neuen Generation werden in diesem Jahr sechs weitere hinzukommen, die anstelle der bisherigen O-Busse eingesetzt werden sollen. In den kommenden Jahren ist ein weiterer, deutlicher Ausbau des Hybrid-Bus-Flotte des SVE geplant.

30 Kilometer ohne frischen Strom

Als erster Schritt des Oberleitungs-Ausbaus ist die Strecke in die Pliensauvorstadt geplant. Baubeginn wird voraussichtlich im Jahr 2021 sein. Danach sollen der Altstadtring und die Mülberger Straße mit zusätzlichen Oberleitungen ausgerüstet werden. Da die Hybridbusse nach heutigem Stand – und abhängig vom jeweiligen Gelände, in dem sie sich bewegen – rund 30 Kilometer ohne frischen Strom fahren können, kommen so die nördlichen Stadtteile in den Genuss eines elektromobilen Bus-Angebots. Theoretisch, sagt Rust, wäre es auch möglich, die bestehende Busverbindung nach Obertürkheim bis nach Untertürkheim zu verlängern und so eine Parallel-Linie zur S-Bahn zu schaffen.

Und noch ein weiteres Projekt will Ingo Rust schon bald angehen. Er will testen, ob sich die in Zürich eingesetzten Doppelgelenk-Oberleitungsbusse, die bis zu 200 Personen transportieren können, auch in Esslingen einsetzbar sind. Das wäre noch einmal eine wichtige Steigerung. Die Esslinger Gelenkbusse bieten nur 120 Gästen Platz.

Der Tag der offenen Tür

Jubiläum
Seit 75 Jahren fahren O-Busse durch Esslingen. Neben Solingen und Eberswalde ist Esslingen die einzige deutsche Stadt, die auf diese alte, mittlerweile aber wieder hochmoderne Technik setzt. Gefeiert wird das Jubiläum zunächst mit einem Festakt am Freitag, 15. März, für geladene Gäste.

Fest
Am Samstag, 16. März, lädt der Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen von 10 bis 16 Uhr zu einem Tag der offenen Tür auf das Betriebsgelände in der Heilbronner Straße 70. Neben Besichtigungen der Werkstatt, Leitstelle und Waschanlage gibt es ein umfangreiches Kinderprogramm mit Hüpfburg, Schminken und Feuerlöschübungen der Jugendfeuerwehr.




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