Esslinger Personal-Puzzle Kultur braucht klare Perspektiven

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Die Suche nach ambitionierten Führungskräften wird für die Stadt Esslingen zur Herausforderung. Die schwierige Finanzlage, die man im Rathaus immer wieder betont, macht Spitzenpositionen nicht zuletzt in der Kultur für Bewerber nicht gerade attraktiver.

Die Suche nach Fachpersonal ist schwierig geworden – je anspruchsvoller eine Position ist, desto herausfordernder ist es, gute Bewerberinnen und Bewerber zu finden. Im Esslinger Rathaus kann man ein Lied davon singen. Im örtlichen Kulturbereich sind zwei wichtige Positionen zu besetzen, für beide ist noch keine Lösung gefunden. Da lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

 

Noch läuft die neuerliche Bewerbungsfrist für die Leitung der Stadtbücherei. Die Spitzenposition in der Galerie Villa Merkel soll nach der Absage einer gewählten Nachfolgerin für Galerieleiter Andreas Baur ebenfalls neu ausgeschrieben werden. Dabei ist Kontinuität gerade im Kulturbereich wichtig. Die finanzielle Situation der Stadt macht die Personalsuche nicht leichter. Wer eine Spitzenposition in der Kultur anstrebt, sollte gestalten und nicht nur verwalten wollen. Zumal in einer Stadt, die sich viel auf ihr Kulturangebot zugute hält. Doch dafür braucht es Freiräume – auch finanzielle. Dass Verwaltung und Gemeinderat nicht müde werden, die prekäre Finanzlage der Stadt zu betonen, mag die Motivation zum Sparen fördern – attraktiver werden Personalstellen, in denen Gestaltungsmöglichkeiten nötig sind, dadurch nicht. Zumal, wenn es anderswo – wie im Fall der bereits gewählten Nachfolgerin für die Galerieleitung – offenbar attraktivere Alternativen gibt.

Wer sich für eine Leitungsfunktion interessiert, wird sich genau anschauen, welche Perspektiven die neue Stelle bietet. Dass die Villa Merkel in der Kommunalpolitik nicht nur glühende Anhänger hat und dass man im Rathaus den Spekulationen über eine mögliche Schließung der Berkheimer Bücherei-Zweigstelle bislang nicht widersprochen hat, wird möglichen Bewerberinnen und Bewerbern nicht entgangen sein. Wenn die Stadt für Klarheit sorgen würde, könnte sie sich bei der Personalsuche leichter tun. Denn Kultur braucht klare Perspektiven – und die Gewissheit, dass sie den nötigen Rückhalt hat.

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