Esslinger Stadtteile im Porträt Der Norden lockt mit hoher Lebensqualität

Die Wäldenbronner Straße ist ein wichtiger Baustein der Infrastruktur im Esslinger Norden. Foto:  

Der Esslinger Norden zählt zu den bevorzugten Wohnlagen der Stadt. Wäldenbronn, Hohenkreuz, Serach und Obertal bilden eine Einheit, St. Bernhardt, Kennenburg und Wiflingshausen eine weitere. Und jeder Stadtteil hat sein eigenes Gesicht.

Reporter: Alexander Maier (adi)

Der Esslinger Norden hat seine ganz eigenen Vorzüge: Viele schätzen die Wohnlagen wegen ihrer Nähe zum Grünen ebenso wie zum Stadtzentrum – und wegen ihrer Infrastruktur. Vielfalt ist dort Trumpf: Wäldenbronn, Hohenkreuz, Serach und Obertal mit insgesamt rund 9200 Einwohnern bilden als Bürgerausschuss-Bezirk eine Einheit, St. Bernhardt, Kennenburg und Wiflingshausen mit insgesamt rund 5800 Einwohnern eine weitere. Jeder dieser Bereiche hat seinen eigenen Charakter und seine eigenen Vorzüge und Wünsche. Und es gibt einiges Entwicklungspotenzial vor Ort.

 

„Weil’s einfach schön ist“

Roswitha Rostek lebt seit vier Jahrzehnten im Esslinger Norden – und sie lebt gerne dort. „Weil’s einfach schön ist“, bringt die Bürgerausschuss-Vorsitzende für Wäldenbronn, Hohenkreuz, Serach und Obertal ihr Lebensgefühl und das ihrer Familie auf den Punkt. „Wir haben hier viel Positives“, erklärt sie und denkt dabei an eine stimmige Infrastruktur mit guten Einkaufsmöglichkeiten, wohnortnahen Schulen, ärztlicher Versorgung und ein reges Vereinsleben – mit den wärmeren Temperaturen kommt nun auch wieder die Zeit der Feste, bei denen die Menschen im Stadtteil ihre Gemeinsamkeit pflegen. Und mit der liebevoll restaurierten alten Kelter gibt es einen Kristallisationspunkt für die Menschen im Stadtteil. Die gute Infrastruktur einerseits und die Nähe zur Natur andererseits tragen für Roswitha Rostek viel zur hohen Lebensqualität im Stadtteil bei. Zur Katharinenlinde ist es nicht weit, mit dem Arboretum gibt es vor Ort ein natürliches Kleinod. Und bis zur Esslinger Burg ist es von Hohenkreuz aus ebenfalls nur ein Katzensprung.

Viele Menschen im Stadtteil schätzen auch die gute Verkehrsanbindung. Die Kehrseite der Medaille: Auf manchen Straßen ist das Verkehrsaufkommen ziemlich stark – zum Beispiel in der Wäldenbronner Straße, der zentralen Einkaufsmeile in Hohenkreuz. Seit vielen Jahren wird auch im Bürgerausschuss über Möglichkeiten zur gestalterischen Aufwertung und zur Verkehrsentlastung gesprochen. Die Meinungen sind geteilt. Während manche gerne mehr Aufenthaltsqualität und weniger Autos und Parkplätze in der Wäldenbronner Straße hätten, verweisen andere darauf, dass die dortigen Geschäfte gut erreichbar sein müssen. Eine Patentlösung lässt bislang noch auf sich warten. Immerhin hat der Bürgerausschuss erreicht, dass für Fußgänger speziell gekennzeichnete Überwege eingerichtet wurden. Wie das Wohnen der Zukunft im Esslinger Norden aussehen könnte, soll das Beispiel des Tobias-Mayer-Quartiers in Hohenkreuz zeigen, das einem innovativen städtebaulichen Konzept folgt und damit bei der Internationalen Bauausstellung 2027 auf sich aufmerksam machen soll.

Reizvolle Aussichten

Das Stadtteil-Trio St. Bernhardt, Kennenburg und Hohenkreuz hat viele Gesichter. Der Bürgerausschuss-Vorsitzende Werner Strauss schätzt die besondere Lage „eingebettet in das Hainbachtal zwischen Hohenkreuz, Serach und der Schurwaldhöhe sowohl am Rande des attraktiven Stadtkerns von Esslingen als auch in unmittelbarer Nähe zum Naherholungsgebiet Schurwald“. Streuobstwiesen, Acker- und Waldflächen, die zu Spaziergängen mit reizvollen Aussichten einladen, prägen das Bild des Stadtteils, der – abgesehen von den Hauptverkehrsachsen – als ruhiges Wohngebiet gilt. Auf der Flandernhöhe ist viel neuer Wohnraum entstanden. Was aus dem Campus an der Flandernstraße wird, wenn erst die Hochschule dort ausgezogen ist, steht noch in den Sternen.

Der Stadtteil ist nach Strauss’ Worten nicht immer optimal, aber dennoch gut versorgt mit Schulen, Kindergärten und Spielplätzen. Und auch wenn die Taktung zu manchen Zeiten speziell auf der Buslinie 110 stark zu wünschen übrig lasse, sei der Rest des Gebiets vom öffentlichen Nahverkehr gut erschlossen. „Im Übrigen ist man auch von vielen Teilen des Gebiets, mit Ausnahme von Wiflingshausen, schnell zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Esslingen“, gibt Strauss zu bedenken. In Richtung Remstal wünscht er sich allerdings bessere Busverbindungen.

Verdichtung braucht Augenmaß

Viele Menschen vor Ort wissen die hohe Versorgungsdichte in der nahen Wäldenbronner Straße sehr zu schätzen. Strauss gibt allerdings zu bedenken, dass diese Angebote für Einwohner von Kennenburg und Wiflingshausen nur mit dem Auto oder dem Bus oder per Fahrrad mit erheblichen Höhenunterschieden zu erreichen sind. „Mit den künftigen Projekten zur Wohnraumverdichtung sollte darauf geachtet werden, dass die wichtigen Besorgungen des täglichen Lebens angeboten werden und von den Einwohnern fußläufig erreichbar sind“, findet der Bürgerausschuss-Vorsitzende, der aber nicht verhehlt, dass der Parkdruck in den öffentlichen Straßen mit der stetigen Wohnraumverdichtung weiter zugenommen hat.

Rund um die Serie

Motto
 Die Stadtteil- und Kreisserie der Eßlinger Zeitung steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Landkreisjubiläums. Der Landkreis wird 50 Jahre alt.

Inhalte
 Die Serie beleuchtet, wie sich die jeweiligen Orte in den vergangenen 50 Jahren entwickelt haben. Dabei wird sich zeigen, wie vielseitig die Kommunen im Kreis sind. Schon allein geografisch, da sich das Gebiet von den Fildern übers Neckartal bis hinauf auf den Schurwald erstreckt. Die Serie blickt nicht nur zurück auf die vergangenen fünf Jahrzehnte, sondern betrachtet auch die Gegenwart. Auch, dass jede Kommune mit eigenen Herausforderungen zu kämpfen hat, wird eine Rolle spielen.

Folgen
Die Serie wird bis 19. Juli erscheinen. Insgesamt gibt es 23 Teile, die mittwochs und freitags erscheinen. Die nächste Folge widmet sich Hochdorf.

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