Esslinger Tierpark Nymphaea Für eine reibungslose Romantik: Schafe als Dating-Helfer

Zu Gast im Esslinger Tierpark Nymphaea: Die Schafe Glubschi, Möhre, Elmo und Zora werden auf der Neckarinsel auch von Mitarbeiterin Jess Schwarz gestreichelt. Foto: Roberto Bulgrin

Verabredungen sind nicht immer kuschelig. Gesprächspausen oder Unsicherheit können sie belasten. Im Esslinger Tierpark Nymphaea gibt es ein Hilfsangebot für Ü30-Singles.

Das kann nun wirklich keiner mehr hören: „Haste mal Feuer?“, „Bist du öfter hier?“ oder „Willst du was trinken?“. Solche und ähnlich ausgelutschte Uralt-Anmachsprüche sind passé. Längst gibt es charmantere Alternativen, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Schafe etwa, die derzeit im Tierpark Nymphaea auf der Esslinger Neckarinsel zu Gast sind, könnten als tierische Datingplattform für Ü30-Singels fungieren.

 

Sie liefern nicht nur Wolle. Sie liefern auch Gesprächsstoff. Entertainer sind sie zudem. Und Zora, Glubschi, Möhre und Elmo haben sogar eine pädagogische Funktion. Mit den vier Tieren ihrer „Schafschule“ geht Vera Rudloff in Kindergärten, Seniorenheime und andere Einrichtungen, die möglichst eine Wiese vor dem Gebäude haben sollten, oder sie empfängt im Vorfeld angemeldete Besucher auf der Weidewiese in Esslingen. Vorführungen mit Hütehund Bingo, das Hantieren mit Wolle, Schafestreicheln oder Hintergrundinformation zu Rassen, Scheren, Zucht, Aufzucht und Hege stehen dann auf dem unterhaltsamen Stundenplan.

Vera Rudloff geht mit ihrer Schafschule normalerweise in Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen oder sie empfängt angemeldete Besucher auf der Weidewiese in Esslingen. In der Adventszeit sind ihre Tiere Gäste im Tierpark Nymphaea. Foto: Roberto Bulgrin

Doch ihre multi-funktionalen Tiere, meint die Schafflüsterin, könnten auch als Eisbrecher für das erste Kennenlernen eingesetzt werden. In der Schule oder am Arbeitsplatz, sagt die Tierfreundin, kämen zwar die meisten zwischenmenschlichen Kontakte zustande, doch wirklich dating-tauglich sei dieses Ambiente nicht. Aber auch auf anderen Wegen zustande gekommene Verabredungen hätten ihre Stolperfallen: Hemmungen, peinliche Gesprächspausen, die verzweifelte Suche nach Unterhaltungsstoff, die drückende Angst vor einem Abbrechen der Konversation oder die krampfhaften Bemühungen, dem anderen gefallen zu wollen, könnten die Romantik beeinträchtigen.

Wohlig-wollige Sympathieträger sollen das Kennenlernen erleichtern

Solche Dating-Hürden müssen nicht sein. Sie könnten nach Ansicht von Vera Rudloff mit Hilfe ihrer Tiere problemlos übersprungen werden. Am Samstag, 20. Dezember, lädt sie daher von 14 bis 16 Uhr zu einer Schafperformance für Singles über 30 Jahren in den Tierpark Nymphaea ein. Schaf-Dating lautet dann ihr Gegenrezept zu Speed- oder anderen Datingformen. Denn Möhre, Elmo, Zora und Glubschi, sagt sie, ließen als wohlig-wollige Sympathieträger alle Herzen schmelzen, die von ihr gegebenen Hintergrundinfos zu den Tieren sorgten für einen fast nie versiegenden Schaf-Talk, und beim Verarbeiten und Bearbeiten der Wolle seien Teamwork und Interaktion gefragt.

Für Männer, die mit der Vorstellung eines Single-Schafe-Treffs fremdeln könnten, hat Vera Rudloff zwei unschlagbare Argumente – Bingo und Gemütlichkeit. Ihr Hütehund bietet eine dynamische Performance, und im Anschluss an den offiziellen Teil gibt es in der Nymphaea-Gaststätte Getränke. Angebote, die auch für Männer attraktiv sein könnten.

Die Pater-David-Felsenhörnchen leben mit den Präriehunden in einer Buddel-WG im Esslinger Tierpark Nymphaea. Foto: Roberto Bulgrin

Ob der Single-Schafe-Treff von Erfolg gekrönt ist, wird Vera Rudloff spätestens bei Einladungen zu Verlobungen, Hochzeiten oder Partys aus Anlass des Zusammenziehens erfahren. Aber auch für Schaf-Fans, die keine Singles über 30 sind, hat sie Asse im Ärmel. Am Samstag, 6., Sonntag, 7., oder Sonntag, 21. Dezember, bietet sie jeweils von 14 bis 16 Uhr im Tierpark Nymphaea das kinder-, familien- oder auch erwachsenenerprobte Programm ihrer „Schafschule“. Anmeldungen sind bei allen diesen Events nicht erforderlich.

Neue Bewohner haben sich im Tierpark gut eingelebt

Glubschi, Zora, Möhre und Elmo haben während der Adventszeit eine vorübergehende Heimat im ehemaligen Eselgehege des Tierparks gefunden. Das Nymphaea-Team spiele gerne den Gastgeber, meint der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Christoph Kässer. Denn es entstehe eine Win-Win-Situation: Besucher könnten sich die Plüschbündel anschauen, die Tiere freuten sich über einen anderen Standort als Abwechslung zu ihrer gewohnten Weide, und sie ermöglichen Aktionen wie den Single-Treff.

Doch Nymphaea ist natürlich nicht nur auf das Schaf gekommen. Neben den alteingesessenen Bewohnern haben sich robuste Newcomer gut eingelebt. Die Präriehunde im Gehege in der Nähe des Kassenhäuschens haben Mitbewohner bekommen: Pater-David-Felsenhörnchen buddeln mit ihnen um die Wette. Diese Tiere kommen ursprünglich aus Zentralchina, weiß Christoph Kässer. Die Neulinge in der Nymphaea-Familie stammen aber aus einem Tierpark am Bodensee.

Das neue Aufzuchthaus, das größte Bauprojekt in der Geschichte des Tierparks Nymphaea, soll voraussichtlich Mitte 2026 eröffnet werden. Foto: Roberto Bulgrin

Andere WG-Bewohner mussten gesucht werden, nachdem eine Ratte früher dort lebende Streifenhörnchen getötet hatte. Sie war ins Gehege eingedrungen und hatte Jagd auf die Tiere gemacht. An die größeren Präriehunde hatte sie sich nicht herangewagt. Auch die Pater-David-Felsenhörnchen seien größer, wehrhafter und selbstbewusster, sodass sie einem Eindringling Paroli bieten könnten, sagt Christoph Kässer. Die Präriehunde und ihre neuen Mitbewohner kommen gut miteinander aus. WG-Zoff hat es noch keinen gegeben.

Neues von Nymphaea

Aufzuchthaus
Der Bau des Aufzuchthauses von Nypmphaea schreitet laut Christoph Kässer voran. Das größte Bauvorhaben in der Geschichte des Tierparks werde voraussichtlich zur Jahresmitte 2026 abgeschlossen. Innengehege, eine Außenanlage für Schildkröten, Räume für die Mitarbeitenden und Lagerflächen sind bereits oder werden noch Teil des Gebäudes. Hinter den Fenstern im Erdgeschoss wurden bereits Gehege mit Tieren platziert.

Events
Der Tierpark Nymphaea hat von Oktober bis März dienstags bis samstags sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Einige Tiere wie Mäuse oder Schlangen befinden sich derzeit in den Winterquartieren und sind für Besucher nicht zu sehen. Am Sonntag, 14. Dezember, findet von 11 bis 13 Uhr eine Fisch- und Pflanzenbörse mit einigen Besonderheiten im Tierpark im Nymphaeaweg 12 statt.

Mehr dazu steht unter: www.tierpark-nymphaea.de

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