Esslinger Verkehr Die Ritterstraße wird zur Fußgängerzone

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Zunächst sollen versenkbare Poller den Parksuchverkehr in der östlichen Esslinger Altstadt stoppen. Doch das ist nur der Anfang.

Die Esslinger Ritterstraße als wichtige Verbindung zwischen zwei Fußgängerzonen soll nun selbst für Autos gesperrt werden – und zur Flaniermeile werden. Foto:  
Die Esslinger Ritterstraße als wichtige Verbindung zwischen zwei Fußgängerzonen soll nun selbst für Autos gesperrt werden – und zur Flaniermeile werden. Foto:  

Esslingen - Seit Jahren diskutieren die Bürger über die Zukunft der Esslinger Ritterstraße. Die wichtige Verbindung zwischen den belebten Fußgängerzonen in der westlichen Altstadt und der Küferstraße als etwas abgehängter autofreier Zone in der östlichen Altstadt war in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Denn alle Bemühungen der Stadt, den von der Maille-Kreuzung in die östliche Altstadt eindringenden Parksuchverkehr zu verringern, sind gescheitert.

Jetzt hat der Technische Ausschuss des Esslinger Gemeinderats beschlossen, einen Schlussstrich unter die jahrzehntelange Diskussion zu ziehen. Im ersten Schritt soll die Ritterstraße so schnell wie möglich – zunächst ohne umfassende Baumaßnahmen in eine Fußgängerzone umgewandelt werden. Die Zufahrt wird mit versenkbaren Pollern, die auch der Terrorabwehr dienen, geregelt. Als nächster Schritt wird in einem Bürgerbeteiligungsverfahren geklärt, welche Anwohner mit Fernbedienungen ausgestattet werden, die ihnen die Zufahrt außerhalb der üblichen Anlieferungszeiten ermöglichen.

Die Entscheidung fiel einstimmig

Zunächst soll die nun angestrebte erzwungene Verkehrsberuhigung der östlichen Altstadt für einen gewissen Probezeitraum getestet werden. Parallel dazu sollen aber die Überlegungen vorangetrieben werden, welche baulichen Maßnahmen in der Ritterstraße notwendig und möglich sind, um die – trotz absoluter Halteverbotszonen meist zugeparkte – Kopfsteinpflasterstraße aufwerten und die Aufenthaltsqualität für Fußgänger dort erhöhen zu können.

Dass die Entscheidung zur Umwandlung der Ritterstraße in eine Fußgängerzone einstimmig fiel, überrascht ein wenig. Lange hatten die Stadträte vor einem solch drastischen Schritt zurückgeschreckt, weil man die Proteste der in der östlichen Altstadt beheimateten Händler fürchtete. 2017 hatte die CDU dann den Vorschlag erneut ins Spiel gebracht.

Blechlawinen schaden dem Geschäft

Mittlerweile ist es in Esslingen aber weitgehend Konsens, dass die Blechlawinen in der östlichen Altstadt schädlicher für das Geschäft sind als der – eigentlich ohnehin vorhandene – Zwang, ein paar Minuten zu Fuß zum gewünschten Geschäft unterwegs zu sein. Denn öffentliche Parkplätze gibt es schon lange nicht mehr in dem Gebiet. Das wiederum hat viele Autofahrer dennoch nicht davon abgehalten, immer wieder eine Runde durch die östliche Altstadt zu drehen und das Auto auch mal illegal zu parken.

Dass sowohl die Esslinger Stadtmarketing und Tourismusgesellschaft (EST) als auch die City-Initiative Esslingen als Zusammenschluss vieler Einzelhändler und Gewerbetreibender in der Altstadt, die Händlergemeinschaft Küferstraße, Blarer- und Ottilienplatz und der Bürgerausschuss Innenstadt die Fußgängerzone Ritterstraße nicht grundsätzlich abgelehnt haben, hat die nun getroffene Entscheidung sicherlich erleichtert. Sechs Monate soll erst mal ein Probeversuch laufen. Dann wird – wie schon 2014 und 2017 – der Verkehr gezählt. Im Anschluss soll über das weitere Vorgehen beraten werden.

Die City Initiative hat klare Wünsche

Die Cityinitiative hat derweil schon klare Wünsche an die Umgestaltung der Ritterstraße formuliert: Gehwege und Straßen müssten niveaugleich umgestaltete werden, damit die Ritterstraße für die zahlreichen Events und Märkte dort gut genutzt werden könne. Es müsse eine Flaniermeile entstehen.

Wichtig ist allen Beteiligten auch, dass als zusätzliches Angebot ein Altstadtbus eingesetzt wird. Auf welcher Strecke er später einmal fahren soll, müssen die weiteren Diskussionen zeigen.