Die Überlegungen von Esslingens OB Matthias Klopfer (SPD), flächendeckend Tempo 40 auf Hauptverkehrsstraßen einzuführen, werden nun auch von der CDU kritisiert.
Der Vorstoß von OB Matthias Klopfer (SPD) zu flächendeckendem Tempo 40 auf Esslingens Hauptverkehrsstraßen wird weiter heiß diskutiert. Nun meldet sich CDU-Stadtrat Tim Hauser zu Wort und kritisiert, Klopfers Pläne seien „kein großer Wurf“.
Der Vorsitzende der stärksten Esslinger Gemeinderatsfraktion erklärt: „Mit einem einheitlichen Tempo 40 könnte ich persönlich leben. Doch es wäre keineswegs so, dass dann überall tatsächlich Tempo 40 wäre. Statt eines Flickenteppichs aus Tempo 30 und 50 hätten wir am Ende eben einen Flickenteppich aus 30 und 40. Eine wesentliche Verbesserung erkenne ich darin nicht.“ Das langfristige Ziel einiger Befürworter der Abschaffung von Tempo 50, flächendeckend Tempo 30 zu erreichen, lehnt Hauser ab.
Kritik an „Blutzoll“-Äußerung von Klopfer
Klopfers Äußerung, man zahle „in Deutschland einen unglaublich hohen Blutzoll für unser Verkehrsverhalten“, hatte in den letzten Tagen für einigen Wirbel gesorgt. Tim Hauser rät dem Oberbürgermeister zu verbaler Abrüstung: „Jeder Unfall ist einer zu viel. Gerade deshalb müssen wir diese Diskussion mit Augenmaß führen.“
Dem CDU-Fraktionschef ist es erklärtermaßen ein wichtiges Anliegen, die Leistungsfähigkeit der Hauptverkehrsachsen zu sichern: „Diese Straßen sind dafür ausgelegt, große Verkehrsströme aufzunehmen. Wenn niedrigere Geschwindigkeiten dazu führen, dass sich der Verkehr in Nebenstraßen verlagert, steigt dort das Unfallrisiko – insbesondere, weil in Wohngebieten oft Kinder spielen.“
CDU-Stadtrat: Tempo 40 verlangsamt auch Busverkehr
Hauser sieht überdies die Gefahr, dass eine weitere Temporeduzierung den Busverkehr durch längere Fahrzeiten verteuern und unattraktiver machen könnte: „Aufgrund der veränderten Taktung müssten wir zahlreiche zusätzliche Busse beschaffen und mehr Personal einstellen – so wie es zuletzt wegen des Lärmaktionsplans und der Reduzierung auf Tempo 30 in der Krummenackerstraße der Fall war.“ Dort würden mittlerweile sogar Autos von Fahrradfahrern überholt. „Auch das ist nicht gerade etwas, das ich als sicher bezeichnen würde“, so Hauser, der unter solchen Vorzeichen zu den Schluss kommt: „Sicherheit und Verkehrsfluss brauchen durchdachte Konzepte – keine Symbolpolitik.“