Esslinger Verkehrsnot Lange Staus wegen Sperrung des Altstadtrings

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Die Bauarbeiten auf der Esslinger Augustinerstraße laufen zwar nach Plan. Noch ist aber nicht sicher, ob die Vollsperrung des Altstadtrings am Freitag aufgehoben werden kann.

Viele Autofahrer haben die Hinweisschilder am Bahnhof ignoriert. Foto: Horst Rudel
Viele Autofahrer haben die Hinweisschilder am Bahnhof ignoriert. Foto: Horst Rudel

Esslingen - Die erfreuliche Nachricht zuerst: „Die Bauarbeiten am nördlichen Altstadtring befinden sich momentan im Plan“, sagt Roland Karpentier, der Sprecher der Stadt – und gießt dann doch im wahrsten Sinn des Wortes Wasser in den Wein. Denn für einen Teil der in den kommenden Tagen vorgesehenen Belagsarbeiten in der Augustinerstraße brauche man trockenes Wetter. Da aber für Donnerstag teilweise erhebliche Niederschläge in Esslingen vorhergesagt seien, könnte sich die Sperrung des Streckenabschnitts, deren Aufhebung eigentlich für den Freitag geplant sei, bis Anfang der kommenden Woche verzögern. Genaueres könne man aber erst am Mittwoch oder Donnerstag sagen.

Die Autofahrer brauchen starke Nerven

So bleibt in Esslingen vor allem die Hoffnung, dass sich die Metereologen möglicherweise doch irren. Denn schon jetzt müssen diejenigen Esslinger, die in den Faschingsferien nicht im Urlaub sind, vor allem während des Berufsverkehrs rund um den Altstadtring starke Nerven haben. Die Fahrt durch die Esslinger Altstadt wird dann zur Geduldsprobe.

Wer etwa am Montagabend vom Marktplatz zum Bahnhof mit dem Auto unterwegs war – zu Fuß ist diese Strecke gemütlich in acht Minuten zurückzulegen – musste rund eine halbe Stunde dafür opfern. Schuld daran ist aber nicht nur die Straßensperrung. Einen erheblichen Anteil an den Verzögerungen haben viele Autofahrer selbst. Trotz der unübersehbaren elektronischen Hinweisschilder am Bahnhof, die auf die Sperrung der Berliner Straße von der Agnespromenade an hinweisen, waren sie offensichtlich der Überzeugung, dass es für sie doch irgendwie noch ein Durchkommen geben müsse. Kurz vor der Sperrung setzten sie dann zu waghalsigen Wendemanövern an und sorgten für zusätzliche Behinderungen.

Die Baustelle ist nur ein Vorgeschmack auf kommende Probleme

Die vergleichsweise kurzzeitige Sperrung des nördlichen Teils des Altstadtrings, die wegen Straßensanierungs- und Belagsarbeiten in der Augustiner- und Teilen der Berliner Straße unumgänglich sind, sind aber erst ein Vorgeschmack auf all jene Behinderungen, die noch in diesem und in den kommenden Jahren für viel Verdruss bei den Esslinger Autofahrern sorgen werden. Noch im März sollen die Bauarbeiten an der Vogelsangbrücke beginnen. Die Stadt investiert einen zweistelligen Millionenbetrag, um die Standfestigkeit der Brücke für weitere 20 Jahre zu sichern.

Zwar wird auf der Vogelsangbrücke keine Vollsperrung notwendig sein. Aber schon die zunächst anstehende Sperrung der Rampe vom Bahnhof in Richtung Brücke wird massiv die Verkehrsflüsse in der Altstadt beeinflussen. Im April steht dann die voraussichtlich fünfmonatige Sperrung der Zollbergstraße auf dem Programm.

Vollkommen offen ist dann noch, wie die Stadt die im kommenden Jahr geplante, mindestens 15 Monate drohende Sperrung der Geiselbachstraße, der wichtigsten Verbindung in die nördlichen Stadtteile, verkraften wird. Mit Spannung wird deshalb das von der Verwaltung erarbeitete Paket zur Optimierung des Verkehrsflusses erwartet. Mit zahlreichen Einzelmaßnahmen, so ist zu hören, will die Stadt einen Beitrag dazu leisten, dass das drohende Verkehrschaos in Esslingen nicht zu groß wird. Am kommenden Montag, 11. März, sollen die Pläne im Gemeinderat vorgestellt werden.