Esslinger Weihnachtsmarkt Keine Diktatur der Minderheit

Neben den Buden des Esslinger Weihnachtsmarkts wird demnächst ein Zaun aufgebaut. Foto: Roberto Bulgrin

Die steigende Zahl der Corona-Infektionen führt zu weiteren Einschränkungen auf dem Esslinger Weihnachts- und Mittelaltermarkt. So dürfen Ungeimpfte nicht auf des Festgelände. Zu recht, meint unsere Autorin Simone Weiß.

Esslingen - Noch eine Corona-Auflage! Der Esslinger Weihnachtsmarkt soll dieses Jahr eingezäunt werden und innerhalb von Absperrungen über die Bühne gehen. Eine von vielen Einschränkungen, mit denen die gesamte Bevölkerung leben muss. Es kann aber auch nicht sein, dass eine vernünftige Mehrheit unter einer unvernünftigen Minderheit leiden muss. Impfen ist der einzig wirksame Schutz gegen die Pandemie, und impfen lautet das Gebot der Stunde. Wer dazu nicht bereit ist, handelt verantwortungslos – sich selbst und der Gemeinschaft gegenüber.

 

Darum ist es richtig, nur vollständig geimpften oder genesenen Personen einen Zutritt zum Weihnachtsmarkt zu gewähren. Der Leidensdruck muss so weit erhöht werden, dass die Impfquote weiter ansteigt.

Ein kleiner Piks kann vor einem sehr großen Schaden bewahren. Hier auf individuelles Recht und die persönliche Entscheidungsfreiheit zu pochen, greift zu kurz. Leidtragende ist die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit – zumal sie im Falle einer Erkrankung Ungeimpfter die Folgen, die Kosten und Lasten tragen muss. In einer Demokratie entscheidet die Mehrheit, und die hat sich für das Impfen entschieden. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist im Grundgesetz verbürgt. Das bedeutet aber auch, dass die Versorgung der Schwächsten auf den Intensivstationen nicht von ein paar Unverbesserlichen gefährdet werden darf.

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