Dreizehn Tage lang verwandelte sich der Esslinger Marktplatz in ein kulinarisches Zentrum. Stadt und Veranstalter ziehen ein rundum positives Fazit – und denken schon an die Zukunft.

Volontäre: Yelin Türk (tye)

Dreizehn Tage lang wurde in Esslingen auf dem Marktplatz bestellt, gekocht und serviert: Die vierte Auflage des Estivals hatte seinen Gästen zwischen Kulinarik und Kultur viel zu bieten. Nun geht die Veranstaltung zu Ende und die Veranstalter ziehen eine durchweg positive Bilanz.

 

Das Estival lockte seit seinem Start am 1. August zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der Region sowie internationale Gäste in die Esslinger Altstadt. Die Veranstaltung wurde von der Esslingen Markt und Event GmbH (EME) in Zusammenarbeit mit sechs Gastronomiebetrieben sowie weiteren Partnern organisiert.

Estival Esslingen: Positives Fazit trotz wechselhaften Wetters

Der Start des Estivals war verhalten. Graue Wolken und Regen hielten die Gäste zurück. „Die erste Woche war unschön“, sagt Christian List, Geschäftsführer des Restaurants „Der Rote Hirsch“. Bald setzte sich jedoch der Sommer durch – und brachte mehr Gäste mit sich. L aut den Veranstaltern fand besonders das gastronomische Angebot großen Anklang. Das bestätigen auch die Wirte: „Wir hatten eine gute Besucherfrequenz mit viel positivem Feedback“, erzählt Annette Currle, die auf dem Estival mit ihrem Lokal „Currles Culinarium“ vertreten war.

Nicht nur das Wetter hielt die Gäste zurück. Die Esslinger Zeitung wollte vor Kurzem in einer Umfrage von ihren Leserinnen und Lesern wissen, wie sie die Preise auf dem Estival einschätzen. Die Ergebnisse sind deutlich: Von 1.837 Befragten finden ganze 82,5 Prozent (1.515 Personen), dass die Preise für Essen und Getränke zu teuer sind. „Man merkt, dass anders konsumiert wird, der Fokus liegt eher auf Kleinigkeiten und Getränken“, bewertet List die Lage. Er spricht sogar von einer Konsumzurückhaltung. „Dafür kann niemand was, außer vielleicht die Konjunktur“, ergänzt List. Die Veranstalter sprechen eher von einer Preissensibilität.

Bis zum Jahresende können im Rahmen einer Wohltätigkeitsaktion Weingläser gekauft werden. Foto: Roberto Bulgrin

Insgesamt sind die Veranstalter sowie die Gastronominnen und Gastronomen aber zufrieden mit dem Besucheraufkommen. Die Weinstube Eißele soll dieses Jahr ein Rekordjahr gehabt haben, sagen die Veranstalter. Neben dem kulinarischen Angebot hat das Estival laut den Veranstaltern auch mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm gepunktet. Auf der Kulturbühne sorgten Livemusik und ein DJ für ausgelassene Stimmung. Ergänzt wurde das Programm durch die Straßenkunsttage und einen Kindertag.

Erfolgreiche Charity-Aktion mit sozialem Engagement

Ein weiteres Highlight war die Wohltätigkeitsaktion „Gemeinsam für einen guten Zweck“. Dabei wurden Weingläser mit einem Motiv der Esslinger Burg und der Weinberge verkauft. Gestaltet wurden sie vom Künstler Johan Bylund. Mehr als 450 Gläser wurden laut den Veranstaltern verkauft. Die Aktion läuft noch bis Jahresende weiter. Fünf Euro pro Glas fließen bei jedem Verkauf an den Tagestreff St. Vinzenz in der Beutau, der Menschen in sozialen oder seelischen Notlagen unterstützt. Die Aktion wird von der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen gefördert.

Für Staunen sorgte außerdem eine Heißluftballonfahrt des Partners Teinacher Mineralbrunnen GmbH: Sechs Gewinnerinnen und Gewinner einer Verlosung starteten am 10. August von der Esslinger Burg und konnten die Stadt und Umgebung aus Vogelperspektive betrachten.

Verstärkter Fokus auf lokale Wirtschaft

Laut Veranstaltungsleiterin Petra Pfeiffer und Oberbürgermeister Matthias Klopfer soll das Estival künftig noch stärker als Plattform für die lokale Wirtschaft genutzt werden. Das Fest biete Unternehmen vielfältige Möglichkeiten – etwa für Mitarbeiterevents, zur Kundenpflege oder zum Networking. „Das Estival ist ein Stück Stadtkultur mit feiner, vielseitiger Kulinarik und ein einzigartiger Treffpunkt in der Region in schönstem Ambiente“, sagt Klopfer.