„Estival“ in Esslingen 14 Wirte wollen am Zwiebelfest-Nachfolger teilnehmen

Die Kulisse ist schon da: Stadtmarketingchef Michael Metzler auf dem Esslinger Marktplatz mit den historischen Fassaden. Foto: Roberto Bulgrin

Die Premiere des neuen Esslinger Sommerfestes soll im kommenden Jahr stattfinden. Das Interesse der Gastronomen an den sieben bis acht Konzessionen sei groß, berichtet Stadtmarketingchef Michael Metzler. Wer zum Zug kommt, entscheidet sich bis Februar.

Esslingen - An die Wand seines Besprechungsraums hat Michael Metzler eine riesige Karte gepinnt. „Estival“ steht in großen Lettern darauf. Die Nachfolgeveranstaltung des Esslinger „Zwiebelfestes“ soll im Sommer 2022 auf dem Markt- und dem Rathausplatz über die Bühne gehen, und der Geschäftsführer der Esslinger Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft (EST) und sein Team sind mit Sponsorensuche, der Organisation des Kulturprogramms sowie der Auswahl der Teilnehmenden beschäftigt.

 

14 Bewerbungen um eine Teilnahme

Metzler sprüht vor Tatendrang und Optimismus. Die Sommersause kann kommen, meint er. In einer ersten Zwischenbilanz der Vorbereitungen für die neu konzeptionierte Fete zeigt sich der Geschäftsführer zufrieden: „Wir gehen mit sehr viel Rückenwind ins neue Jahr.“ Auftrieb gibt ihm auch die hohe Anzahl an interessierten Teilnehmern. Über Leerstände wird er sich nach jetzigem Planungsstand nicht beklagen müssen: Auf die öffentliche Ausschreibung hin haben sich zwischen Mitte August und Anfang Oktober 14 mögliche Standbetreiber um eine Teilnahme am „Estival“ beworben. Die Bewirtung und Versorgung der Festbesucher soll in stilvollen Lauben erfolgen, erklärt Metzler und deutet mit weitausholender Geste auf die große Karte: „Insgesamt haben wir 19 Lauben zu vergeben, und jeder Teilnehmer kann zwei oder drei bewirtschaften.“ Am Ende würden daher sieben oder acht Gastronomen eine Konzession erhalten.

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Das Auswahlverfahren soll laut dem EST-Chef bis spätestens Februar abgeschlossen sein. Entscheidungskriterien bei der Vergabe der Lauben seien auch Regionalität, Nachhaltigkeit, die Qualität der Dienstleistung, die Art der Bewirtschaftung der Lauben und das vorgelegte technische Hygienekonzept. Die Entscheidung erfolge nach den klar geregelten Vorgaben eines öffentlich-rechtlichen Wettbewerbsverfahrens, bei dem alle die gleichen Chancen hätten.

Eine Hocketse mit Mehrwert

Mit Namen und Hinweisen hält sich Metzler mit Verweis auf das laufende Verfahren zurück. Wer das „Estival“ kulinarisch bestücken und beglücken möchte, verrät er nicht. Bekannte Gesichter seien unter den Bewerbern, ergeht er sich dann in Andeutungen. Doch es habe auch einige Überraschungen gegeben. Aber alle möglichen Teilnehmer würden direkt aus Esslingen oder dem näheren Umfeld stammen: „Es sind lokal-regionale Anbieter.“ Die Gastronomen würden für ein breites Angebot stehen. Schwäbisch-regionale Küche, internationale Köstlichkeiten, beliebte kulinarische Festdauerbrenner, aber auch moderne, experimentelle oder raffinierte Kreationen könnten die Speisekarte bereichern. Trotz möglicher gastronomischer Edelhappen legt Metzler Wert auf die Feststellung, dass das „Estival“ ungeachtet seines hochwertigen Namens ein Fest für ein breites Publikum und sehr viele Zielgruppen sein werde. Es gelte aber, auch jüngere Personen und eine erweiterte Festklientel für einen Besuch zu gewinnen. Die Veranstaltung solle auch, aber nicht nur eine Hocketse werden und durch ein breit angelegtes Kulturprogramm einen Erlebnismehrwert bieten.

Frequenzbringer und Kundenmagnet

Über die Finanzierung dieser Hocketse mit Plus macht er sich keine Sorgen. Die bereits vor Corona im Jahr 2018 gestartete Sponsorensuche laufe sehr erfolgreich. Bisher seien ungefähr 100 000 Euro von Geldgebern zusammengekommen und fest zugesagt worden: „Das Geld fließt natürlich vollumfänglich in die Veranstaltung.“ Die Gesamtkosten beziffert Metzler mit rund 200 000 Euro, die sich auch aus einem zeitlich befristeten Zuschuss der Stadt, den Standmieten für die Lauben, Mitteln aus dem EST-Etat und eben den Sponsorenbeiträgen zusammensetzen. Für ihn ist die Summe gut investiertes Geld. Denn das „Estival“ sieht der Geschäftsführer als Frequenzbringer, Kundenmagnet, Werbeträger für die Innenstadt und Tourismusförderer. Es gehe um eine Steigerung der Attraktivität der historischen Altstadt und die Erhöhung der Kaufkraft für den durch die Pandemie gebeutelten Einzelhandel.

„Estival“-Ampel steht auf Grün

Corona hat Metzler bei aller Vorfreude auf die Veranstaltung immer im Blick. „Ich hoffe, dass das Virus Mitte nächsten Jahres seinen Schrecken verloren hat und wir mit ihm leben können“, meint er. Die Vorbereitungen für das „Estival“ würden durch die sich ständig ändernden Vorschriften und die unsichere Lage zwar erschwert, aber nicht ausgebremst. Im Januar oder Februar werde in Zusammenarbeit mit den vielen Partnern eine endgültige Entscheidung darüber getroffen, ob das „Estival“ stattfindet. Doch Metzler ist sich sicher, die viele Planungsarbeit nicht umsonst gemacht zu haben: „Beim ,Estival’ steht die Ampel auf Grün.“

Das „Estival“

Die Veranstaltung
Das „Estival“ soll von Freitag, 29. Juli, bis Mittwoch, 10. August, in Esslingen über die Bühne gehen. An 13 Festtagen ist eine Mischung aus Kulinarik und Kultur geplant. Kernstück des Festgeschehens sind 19 extra für das Fest gestaltete Holzlauben, die mittig auf dem Markt- und Rathausplatz platziert werden.

Das Rahmenprogramm
Ein Erlebnismehrwert soll beim „Estival“ durch ein tägliches Kulturprogramm in den Lauben sowie auf und abseits der Veranstaltungsfläche geboten werden. Geplante Highlights sind Thementage, Shows, Livemusik, Mitmachangebote, Lichtkunst an zwei Abenden, Straßenkünstler, Komödianten und Akrobaten. Ein mediterraner Sommerabend sowie ein Kinder- und Familienerlebnistag stehen ebenfalls auf dem Festplan.

Das Rahmenprogramm Ausführliche Infos und Details zur Veranstaltung, den teilnehmenden Gastronomen, den Sponsoren und dem Programm folgen laut Veranstalter rechtzeitig vor der Veranstaltung ab Frühjahr 2022.

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