Etye in Ludwigsburg Dönerladen-Inhaber über Undav und Gnabry: „Das sind super bodenständige Typen“
Serhat Oguz zieht mit seinem Dönerladen in Ludwigsburg die lokalen Gäste an – aber auch die Prominenz aus dem Profisport. Was ist sein Geheimnis?
Serhat Oguz zieht mit seinem Dönerladen in Ludwigsburg die lokalen Gäste an – aber auch die Prominenz aus dem Profisport. Was ist sein Geheimnis?
Wenn der Fußballer Serge Gnabry seine Mutter zum Döneressen mitbringt, muss das schon etwas heißen. Zum einen ist er wahrscheinlich nicht zum ersten Mal im Etye, und zum anderen wird ihm der Döner beim letzten Besuch wohl geschmeckt haben. Und tatsächlich: Gleich drei Bilder des Fußballers hängen an der Fotowand des Ladens in Ludwigsburg – jeweils Arm in Arm mit einem äußerst zufrieden dreinblickenden Besitzer.
Gnabry ist nicht der einzige Fußballer, der den gefeierten Etye-Döner bereits probiert hat. Der Laden scheint nämlich eine Art Go-To für Profisportler zu sein: Neben den Spielern der Ludwigsburger Basketball-Bundesligisten der MHP-Riesen ist auch Deniz Undav vom VfB mit einigen Teamkollegen regelmäßig zu Besuch. Alle hängen sie an der besagten Fotowand, die der Etye-Besitzer Serhat Oguz die „Wall of Fame“ nennt. Aber was macht den Döner so eigentlich erfolgreich?
Ein Teil des Erfolgsrezepts zeigt sich gleich beim Hereinkommen. Schon die Theke ist dekoriert wie der Küchenbereich eines Ausstellungshauses: Neben dem silbernen Wasserhahn – aus dem selbstgemachter Ayran strömt – stehen zwei Zierkürbisse. Zwischen dem Gemüse für den Döner liegen in Scheiben geschnittene und als Fächer drapierte Gurken. Chilischoten sind eingebettet in Korianderblätter, die wiederum an eine Reihe akribisch angeordneter Orangen angrenzen. Und nicht zu vergessen: die frische Ananas, die das Obst- und Gemüsekunstwerk abrunden soll.
„Serhat ist ein Perfektionist“, sagt Oguz‘ Kollegin Vanessa Caspers. Die Ludwigsburgerin ist mit Inhaber Oguz befreundet und ist zwei Monate nach der Ladeneröffnung ins Geschäft eingestiegen. „Jeden Morgen dekoriere ich und schaue, dass alles drum und dran passt – aber mein Chef ändert trotzdem immer was“, sagt Caspers und lacht.
Für Oguz selbst ist, neben dem Dekorationskonzept, besonders die Qualität der Zutaten wichtig. Das Gemüse hole er selbst, er fahre dafür jeden Tag zum Großmarkt. „Ich nehme aber nicht einfach die ganze Kiste, sondern suche die besten Stücke zusammen“, erzählt der 32-Jährige.
Das Etye betreibt Serhat Oguz seit rund fünf Jahren. Im Februar 2021 hat er den Laden offiziell eröffnet. Inzwischen gibt es eine zweite Filiale in Bad Cannstatt, im März dieses Jahres soll eine weitere in Weilimdorf eröffnen. „Ich war schon immer ein Fan vom Berliner Döner und wollte ihn nach Stuttgart bringen“, sagt der 32-Jährige. Deshalb habe er vorab ein halbes Jahr in der Hauptstadt verbracht und sich die unterschiedlichsten Dönerläden angesehen. „Ich habe überall etwas mitgenommen“, sagt Oguz, „auf die Details und die Feinarbeit geachtet“.
Was genau macht den Berliner Döner nun so besonders? „In Stuttgart gibt es zwei Soßen, die weiße und die rote“, sagt der 32-Jährige. „Wir haben die Kräuter-, die Knoblauch- und die scharfe Soße rausgebracht.“ Das lässt sich zwar schwer nachprüfen, aber dafür scheint die Auswahl bei den Fußballstars ziemlich beliebt zu sein. Deniz Undav isst seinen Dönerteller jedenfalls gern mit scharfer Soße, sagt Vanessa Caspers. „Und die scharfe Soße ist schon extrem scharf“, fügt sie hinzu und lacht.
Apropos Fußballer: Wie hat der Besitzer Gnabry, Undav und Co. wahrgenommen? „Sie sind super bodenständig“, sagt Oguz. „Das sind richtig coole Typen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben.“ Eine Eigenschaft, die den 32-Jährigen mit den Stars verbindet. Nicht nur deshalb fühlt es sich für den Besitzer so besonders an, wenn die Fußballer in den Laden kommen.
„Man will ja immer das Beste mit seinem Laden machen“, sagt Oguz. „Und wenn solche Gäste kommen, die einem dann bestätigen, dass man es richtig macht, ist das ein wunderschönes Gefühl.“ Und wer weiß, wer sich in Zukunft noch auf der „Wall of Fame“ verewigen wird.