EU gegen Google Ermittlungen gegen Datenfresser

Die EU prüft, ob Google gegen Recht verstoßen hat. Foto: AFP

Der US-Konzern hat seine KI mit Material aus dem Netz gefüttert, das Futter aber womöglich illegal erworben. Dass nun geprüft wird, ist richtig, kommentiert Christian Gottschalk.

Politik/ Baden-Württemberg: Christian Gottschalk (cgo)

Früher, in der guten, alten Zeit – und die ist in diesem Fall noch nicht sehr viele Weihnachten her –, hat man bei Problemen einfach Dr. Google gefragt. Wie viel Schlaf brauchen Kinder? Welcher Winterreifen ist der beste? Was hilft gegen Sodbrennen? Google hat auf die Seiten verwiesen, die Hilfe versprechen. Deren Ersteller bekamen Klicks, eine wichtige Onlinewährung. Im besten Falle machten sie dabei noch Werbung für sich und weiterführende Informationen. Das war einmal. Heute antwortet oft die KI. Die ist aber nicht selber schlau, sondern mit Wissen gefüttert worden – und zwar mit all dem, was auf den Seiten steht, die in der guten, alten Zeit angeklickt wurden. Nur haben diejenigen, die ihr Hirnschmalz dafür verwendet haben, jetzt nichts mehr davon. Die EU-Kommission ermittelt, ob Google seine Künstliche Intelligenz illegal gefüttert hat, also quasi ohne das Futter zu bezahlen. Dass die Kommission das tut, ist gut und richtig.

 

Indes ist Google kein Einzelfall. In den USA laufen rund 50 Verfahren ähnlicher Art. Gegen Meta hat erst kürzlich ein Gericht die Urheberrechts-Klage abgewiesen, der KI-Konzern Antropic einigte sich mit Autoren auf eine außergerichtliche Milliardenzahlung. Ob die auch für Google fällig wird, wird man erst in ein paar Jahren wissen. Richtig wäre es. Nicht alles, was im Netz zu finden ist, kann als natürliche Ressource verwendet werden. Lizenzverträge auszuhandeln mag mühsam sein – es ist aber fair.

Milliardenzahlung in den USA

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