EU-Passport Das steckt hinter den Europa-Pässen

Von red/dpa 

Prominente und Politiker teilen derzeit in den sozialen Medien einen fiktiven EU-Pass mit ihrem Anzeigebild. Dahinter steckt die Aktion der österreichischen Band Bilderbuch.

Bilderbuch-Sänger Maurice Ernst mit seiner Version des EU-Passes. Foto: Facebook.com/Bilderbuch
Bilderbuch-Sänger Maurice Ernst mit seiner Version des EU-Passes. Foto: Facebook.com/Bilderbuch

Berlin/Wien - Zahlreiche Internetnutzer, darunter Prominente und Politiker, haben im Netz Bilder von einem virtuellen Europäischen Pass gepostet. Die Aktion, bei der unter anderem Moderator Jan Böhmermann und Außenminister Heiko Maas (SPD) mitmachten, geht auf die österreichische Band Bilderbuch zurück. Auf deren Homepage kann man den gefakten Ausweis mit persönlichen Foto und Daten zusammenstellen. Neben der politischen Botschaft geht es dabei aber auch um Werbung für das neue Album von Bilderbuch, das an diesem Freitag erscheint. Darauf ist der pro-europäische Song „Europa 22“ zu hören.

„Viele schätzen Europa nicht genug wert“

Maas fügte seinem Europa-Pass auf Twitter den Hashtag #EuropeUnited hinzu. Justizministerin Katharina Barley, die bei der Europawahl am 26. Mai als Spitzenkandidatin der SPD kandidiert, machte ebenfalls mit und kommentierte: „Super Aktion!“. Auch Radiomoderatorin und Autorin Sophie Passmann sowie Musiker Dendemann veröffentlichten ihre eigens angefertigten Europa-Pässe in den Sozialen Netzwerken.

Bilderbuch-Sänger Maurice Ernst (30) erklärte bereits Anfang Februar - vor Bekanntwerden der Aktion - der Deutschen Presse-Agentur: „Ich bin schon ein verdammt stolzer Europäer. Es nervt mich, dass viele Europa nicht genügend wertschätzen“. Und: „Wir können einfach in den Flieger steigen und ins nächste Land fliegen oder mit dem Auto mal eben über eine Grenze fahren. Das ist ein derart leichtfertiges Erleben von Freiheit, wie es noch vor 50 Jahren kaum denkbar war.“

Seine Generation habe ein Erbe von Europa bekommen, das gefeiert werden sollte. „Natürlich gibt es auch viel zu kritisieren. Aber das machen andere schon. Wir wollen das betonen, das wir haben, statt zu dem Dauerbeschuss beizutragen, unter dem die EU steht.“