„Eurofighter“-Absturz Gab es Probleme mit dem Schleudersitz?

Von red/dpa 

Die Suche nach der Absturzursache zweier „Eurofighter“ über Mecklenburg-Vorpommern läuft auf Hochtouren. Im Raum steht auch die Frage, warum ein Pilot den Absturz nicht überlebte. Könnte es Probleme mit dem Schleudersitz gegeben haben?

Ein Pilot überlebte den Absturz zweier „Eurofighter“ nicht. Foto: Christophe Gateau/dpa 8 Bilder
Ein Pilot überlebte den Absturz zweier „Eurofighter“ nicht. Foto: Christophe Gateau/dpa

Nossentiner Hütte - Nach dem Tod eines „Eurofighter“-Piloten beim Absturz seiner Maschine besteht der Verdacht, dass der Schleudersitz des 27-Jährigen nicht ausgelöst haben könnte. Erste Indizien am Wrack nährten diese Zweifel, schrieb die „Bild“-Zeitung am Donnerstag. So sei teilweise intaktes Explosionsmaterial gefunden worden, das vor dem Ausstieg die Cockpit-Haube wegsprengen soll.

Der Deutschen Presse-Agentur wurde am Donnerstag aus Militärkreisen bestätigt, dass auch untersucht werde, ob der Schleudersitz einer Maschine ausgelöst worden sei. Offiziell hieß es aber, die Luftwaffe beteilige sich nicht an Spekulationen. Das Ergebnis von Untersuchungen müsse abgewartet werden.

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Bei einer Kampfflug-Übung am Montag waren über der Mecklenburgischen Seenplatte zwei „Eurofighter“ kollidiert und abgestürzt. Ein Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz und überlebte den Unfall verletzt, der andere starb. Die Maschinen gehörten zum Geschwader 73 „Steinhoff“, das in Laage bei Rostock stationiert ist. Dort werden „Eurofighter“-Piloten ausgebildet.

Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg hat Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. So müsse geklärt werden, ob menschliches Versagen oder eine technische Ursache zu Zusammenstoß und Absturz am Montagnachmittag geführt haben, sagte Behördensprecherin Beatrix Heuer. Die Luftwaffe hat die Flugschreiber bereits gesichert, deren Daten noch ausgewertet werden.

Die Bundeswehr bereitete den Abtransport der beiden „Eurofighter“-Wracks bei Nossentiner Hütte vor. Die Bergung soll in den kommenden Tagen beginnen. Die Rümpfe der Maschinen sollen zusammen mit gefundenen Teilen in Laage genau untersucht werden, um die Unfallursache zu ermitteln. Ein „Eurofighter“ wiegt leer etwa 11 Tonnen, ist 16 Meter lang und hat eine Flügelspanne von 11 Metern.




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