Europawahl Zwölf EU-Abgeordnete aus dem Südwesten

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Die CDU und die SPD in Baden-Württemberg haben bei der Europawahl nicht nur Stimmen verloren, sondern auch Sitze im EU-Parlament.

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Stuttgart - Dem neuen EU-Parlament werden mehr Abgeordnete aus Baden-Württemberg angehören. Zwölf der 96 Parlamentarier aus Deutschland kommen aus dem Südwesten, zuletzt waren es neun. Allerdings profitieren nicht alle Parteien von dieser Entwicklung.

Bisher kamen fünf der 29 Unions-Europaabgeordneten dem Südwesten, künftig werden die Baden-Württemberger nur noch vier von 23 sein: Rainer Wieland (Gerlingen), Daniel Caspary (Weingarten/Baden), Andreas Schwab (Villingen-Schwenningen) und Norbert Lins (Pfullendorf). Bei der Europawahl 2014 hatten sich noch 39,3 Prozent der Wähler im Land für die CDU entschieden, am Sonntag waren es 30,8 Prozent, ein Minus von 8,5 Prozentpunkten. Deshalb reichte es nicht mehr für Ingeborg Gräßle, die bisherige Vorsitzende des Haushaltskontrollausschusses im EU-Parlament.

SPD stürzt ab

Noch deutlicher verloren haben die Sozialdemokraten. Die Südwest-SPD rutschte von 23 auf 13,3 Prozent ab, das sind 9,7 Prozentpunkte weniger als 2014. Von den 16 SPD-Abgeordneten (2014: 27) im EU-Parlament kommt nur noch Evelyne Gebhardt (Schwäbisch Hall) aus dem Südwesten. Den bisherigen Europaabgeordneten Peter Simon (Mannheim) hatte die Bundes-SPD auf einem aussichtslosen Listenplatz nominiert.

Gewinner sind die Grünen, die von 13,2 Prozent im Jahr 2014 auf 23,3 Prozent zulegten und künftig mit drei statt zwei Abgeordneten aus dem Südwesten in Brüssel vertreten sind: Romeo Franz (Altlußheim), der 2018 als Nachrücker ins Parlament kam, sowie zwei Neulingen aus Stuttgart – Michael Bloss und Anna Deparnay-Grunenberg. Insgesamt vergrößert sich die Gruppe der Grünen aus Deutschland von elf auf 21 Abgeordnete.

Überdurchschnittlich viele wählen

Auch die AfD legt zu, von 7,9 auf 10 Prozent im Südwesten. Von den elf Europaabgeordneten kommen drei aus dem Südwesten, neben dem bisherigen Parteivorsitzenden Jörg Meuthen (Achern) der Landtagsabgeordnete Lars Berg (Heidelberg) sowie Joachim Kuhs (Baden-Baden).

Für die FDP wechselt der bisherige Landtagsabgeordnete Andreas Glück (Münsingen) nach Brüssel, als einer von fünf (bisher drei). Die Liberalen, die im Land von 4,1 auf 6,8 Prozent kletterten, waren nach dem Wechsel von Landeschef Michael Theurer 2017 in den Bundestag nicht mehr im EU-Parlament vertreten.

Mit einer Wahlbeteiligung von 64 Prozent (2014: 52,1) lag Baden-Württemberg auf Platz zwei hinter dem Saarland. Im Bundesdurchschnitt stimmten 61,4 Prozent ab, 2014 waren es nur 48,1 Prozent. Insgesamt standen 40 Parteien/Gruppen zur Wahl.

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