„Eurosat“-Achterbahn im Europapark Rust Ein Bremsschwert fürs Wohnzimmer

Von yab 

Der Europapark in Rust verkauft alte Teile seiner „Eurosat“-Achterbahn, weil die gerade renoviert wird. Fans können nun Räder und Bremsschwerter kaufen. Günstig sind die Überbleibsel aber nicht.

Für 200 Euro können Fans ein Bremsschwert erwerben. Foto: Screenshot/Online-Shop Europapark
Für 200 Euro können Fans ein Bremsschwert erwerben. Foto: Screenshot/Online-Shop Europapark

Stuttgart/Rust - Der Online-Shop des Europaparks in Rust bietet normalerweise Produkte für wirklich große Fans: Plüschfiguren des Parkmaskottchens, Spezialeditionen von Briefmarken oder auch Golfschlägerhüllen. Dieser Tage hat sich allerdings eine ganz besondere Produktreihe in die Kategorie „Bestseller“ des Shops gesellt: Seitenräder, Laufräder und Bremsschwerter sind da zu sehen.

Dahinter verbergen sich alte Teile der „Eurosat“-Achterbahn, die im französischen Themenpark steht. Die nämlich wird derzeit komplett renoviert und geht bei Saisonstart im Frühjahr als „Eurosat – Cancan Coaster“ wieder in Betrieb. Künftig wird die Achterbahn thematisch stärker an Frankreich angelehnt, das Hauptthema wird das Varieté Moulin Rouge in Paris sein.

Ein Bremsschwert kostet knapp 200 Euro

Die Überbleibsel der alten „Eurosat“ können Liebhaber nun im Internet bestellen. Für knapp 80 Euro gibt es ein Seitenrad, für 100 Euro ein Laufrad. Ein sogenanntes Bremsschwert kostet mit knapp 200 Euro das doppelte.

Was man mit den Einzelteilen der Achterbahn tun kann, verraten die Infos im Online-Shop dem geneigten Käufer nicht. Auch nicht, was die Teile wiegen oder was ihre Abmessungen sind. In der Beschreibung heißt es stattdessen, die Teile seien „streng limitiert“. Im Text zum Bremsschwert heißt es knapp: „Das Bremsschwert war direkt am Fahrzeug montiert und diente als Angriffsfläche beim Bremsen und Beschleunigen.“

Die Teile wiegen bis zu 100 Kilo

„Die Teile wiegen zwischen zwölf und 100 Kilogramm“, erklärt Diana Reichle, Sprecherin des Europaparks. Am schwersten seien die Radkästen der Achterbahn gewesen, die seien inzwischen aber ausverkauft. Insgesamt 300 Überbleibsel habe man schon verkauft, sagt Reichle.

Über die Motive der Käufer kann der Park nur spekulieren. „Wahrscheinlich sind es technikaffine Menschen, die eine enge Bindung zur ‚Eurosat’ haben“, sagt Park-Sprecherin Reichle. Um diese Bindung aufrechtzuerhalten, kann sich Reichle vorstellen, dass ein Laufrad oder ein Bremsschwert einen Ehrenplatz im Wohnzimmer bekommt. „Da hängen unter Umständen viele Emotionen dran.“

Verkauf alter Teile in der Branche üblich

Für den Europapark ist es nicht das erste Mal, dass alte Teile einer Attraktion verkauft werden. Das sei in der Branche üblich, erklärt Reichle. Den Preis erklärt die Sprecherin mit dem Aufwand, die alten Bestandteile auszubauen und zu reinigen. „Es sind außerdem teure Sonderanfertigungen.“ Würde der Park die Teile nicht verkaufen, sagt Reichle, müsse man sie fachgerecht entsorgen lassen.