Eurovision Song Contest Roman Lob will unter die ersten Zehn

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„Unser Star für Baku“, Roman Lob, hat die erste Probe beim Eurovision Song Contest unter tosendem Beifall seiner Fans absolviert.

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Baku - Roman Lob steht nicht still: Der 21-Jährige hat eine Woche vor dem Finale des Eurovision Song Contest (ESC) seine erste Probe in Baku mit dem Song „Standing Still“ gemeistert. Deutsche Fans, die bei dem nicht öffentlichen Auftritt dabei sein durften, sprachen von einer „super Stimme“, „Glückshormonen“ und „Gänsehautgefühl“, nachdem sie die Ballade am Samstag live gehört hatten. Er wolle Deutschland würdig vertreten - so, dass „die Nation stolz auf mich ist“, sagte Lob. Als Ziel nannte er eine Platzierung unter den ersten Zehn.

„Top 10 ist super. Wenn es nicht klappen sollte, kommt ein neues Album“, sagte Lob vor Journalisten. Er wolle auf jeden Fall auch nach dem Grand Prix weiter Musik machen. „Unser Star für Baku“ trat mit seinem Markenzeichen, einer Mütze, in der von Deutschen gebauten Crystal Hall auf. Auf der Bühne gab es auch erste Kostümproben für den Teenager-Schwarm, der Jeans und ein T-Shirt trug.

Spontaner junger Künstler

Der Musiker Thomas D von der Hip-Hop-Gruppe Die Fantastischen Vier, der Lob in Baku begleitet, lobte seinen Schützling als spontanen jungen Künstler und sensiblen jungen Mann, der sich auch vor internationalem Publikum nicht verstelle. „Es ist schön zu sehen, dass er er selbst bleibt. Er macht das richtig gut“, sagte der 43-Jährige.

Der ESC in Baku ist kein Grand Prix wie jeder andere: Kritik an der autoritären Führung Aserbaidschans wegen Menschenrechtsverstößen beherrscht seit Wochen die Schlagzeilen. Der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) sieht darin auch eine Stärke des Wettbewerbs; durch das breite Interesse am ESC würden auch Missstände öffentlich. Dennoch sollte sich der Veranstalter, die European Broadcasting Union, überlegen, welche Länder teilnehmen dürfen, sagte der 52-Jährige in einem dpa-Interview.

Boykott „unsinnig“

Peter Urban, seit 1997 ESC-Kommentator, hält einen Boykott des Wettbewerbs aus politischen Gründen für „unsinnig“. Der in Belgien erscheinenden Zeitung „Grenz-Echo“ (Samstag) sagte der 64-Jährige: „Man sollte unbedingt dahin gehen“. In der deutschsprachigen Zeitung aus Eupen bezeichnete es als wichtig, dass im Umfeld auf die Probleme eingegangen werde. „Mir wäre natürlich lieber, dort würden Zustände herrschen, die unserem Demokratieverständnis entsprechen.“

Die deutsche ESC-Delegation war in der aserbaidschanischen Hauptstadt am Donnerstag angekommen. Das Finale ist am 26. Mai in der Arena am Kaspischen Meer. Von den insgesamt 42 ESC-Teilnehmerländern ringen nach den beiden Halbfinals am 22. und 24. Mai am Ende noch 26 Staaten um den Grand Prix. Die Organisatoren rechnen mit mehr als 100 Millionen Fernsehzuschauern bei dem Ereignis.

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